Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leopold Robert
Person:
Zoller, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3416492
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3419332
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ManIkann sie nicht voraussehen und selbst der größte 
menschliche Scharfs1nn steht vor den Geheimnisfen der 
Zukunft verlegen da. Wenn man nur wenigstens so 
klug wäre, Ach auf Alles, was kommen kann, Vorzug 
bereiten, man würde sich manchen peinlichen Augenblick 
ersparen; freilich hätte man dann auch manchen sehr 
angenehmen weniger. So co1npensirt sich Alles. Es 
giebt freilich sehr unglückliche Lebensepochen, aber He 
gehen vorüber und bisweilen folgt ihnen Ruhe und 
Zufriedenheit, namentlich wenn sich die Seele ihre Energie 
im Unglück erhalten hat. Wenn diese dagegen der Sturm 
gebrochen, so erhebt sie sich nicht mehr, wenn auch der 
Himmel wieder heiter wird. Aber ich weiß nicht, was 
mich zu diesen Reflexionen veranlaßt: ich glaube es ist 
die Furcht, nicht vor einer gegenwärtigen Gefahr, sondern 
vor einer die vorüber Cdem Selbstmord seines BrudersJ 
und der man nur mit Schauer ins Gesicht blickt, wenn 
man ihr entgangen ist.7JU Später trat ihm das Bild 
des Bruders häufiger wie ein Gespenst vor die Seele und 
ließ in seinem Herzen die Todtenglocke ertönen. Er wandte 
sich der Religion zu und der Mystirismus seiner Seele 
wuchs mit jedem Tage. ,,Aber soll ich es sagen ZU ruft 
er schmerzlich aus, ,,meine religiöse Stimmung, die mir 
so viel Resignazion einflößt, weicht im nächsten Augen: 
blick wieder einer wahrhaften Muthlos1gkeit. Ich sehe in 
dieser Welt nur Bangigkeiten, Leiden und Kummer, was 
mich die ewige Ruhe mit zu viel Sehnsucht und zu 
wenig Vernunft wünschen läßt.WJ 
Leopold sprach indessen, namentlich in dieser Zeit, 
Brief an 
sis2 
Februar 1834. 
Marcotte,
        

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