Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leopold Robert
Person:
Zoller, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3416492
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3419002
den i11einigen hatte. Aber wie ihm verbergen, daß iih 
Schlaf und Appetit oerlor2 Der arme Bruderl er wird 
geglaubt haben, seinen U1ngebungen zur Last zu sein; 
er wird gefühlt haben, daß, auf der Höhe seines Ruhmes 
und am Ziele seiner Arbeiten angekommen, der Weihra11ch 
des Ruhmes und die Liebe und Achtung seiner Familie 
nnd seiner Freunde ihm keine jener lebhaften Freuden 
mehr gewähren würden, die uns das Leben lieben lassen. 
Er hatte sich freiwillig zu große Entbehrungen auferlegt; 
nichts hatte mehr Werth für ihn, als die Arbeit, der er 
sich weit weniger in der Absicht hingab, Ruhm und 
Glück dadurch zu ernten, als um seine fcnsteren Ideen 
dadurch zu berscheuchen.  Im Uebrigen muß ich sagen, 
daß sein religiöses Gefühl tief und innig, wenn auch 
schon nicht entwickelt genug war, 1md bei Erwähnung 
einer verwerslichen That wiederholte er mir mehrmals, 
daß, so lange er denken könne, er stets dieselbe Ansicht 
gehabt. Aber seine geistigen Fähigkeiten waren tief er: 
fchüttert und angegriffenI Selbst seine physische Natur, 
durch lange Ueberanstrengung erschöpft, war nicht mehr 
im Stande, das Unglück auszuhalten. 
,,Jch kann mich heute über einen so schmerzlichen 
Gegenstand nicht weiter auslassen. Die Erinnerung an 
mein Unglück ist zu neu und zu bitter, als daß ich mich 
nicht im Interesse meiner Pflicht zerstreuen und in die 
Zukunft und die Zeit vorgreifen sollte, die der einzige 
Arzt ist. Ich gehe nach La Chaux:de:Fonds, um mit 
unsern armen Schwestern zu weinen und uns gegenseitig 
zu trösien.U 
Als Ach Aurölr einen Monat nach dem Tode Leopolds 
von seinem ersten furchtbaren Sthmerze etwas erholt hatte
        

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