Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leopold Robert
Person:
Zoller, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3416492
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3418885
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Vernunft, die der Mensch non Gefühl haben muß. 
Mein Bruder leidet nur zu sehr darunter, denn ich ver: 
stelle mich nicht vor ihm und sage ihm Dinge, über die 
ich mir nachher Vorwürfe mache. Er ist von einer Güte 
und einer Einsicht, die mich jeden Tag seine Verdienste 
und seine Anhänglichkeit mehr würdigen lassen. Das 
ist mein Glück. In jenem Augenblicke finstern Hun1ors, 
in welchem ich Ihnen meinen leHten Brief schrieb, zeigte 
ich Ihnen an, daß ich meine s1t;ende Lebensart wieder an: 
fangen wolle. Es schien mir vernünftig; aber die Er: 
innerung an Gedanken, welche Aurc73le Ihnen in dieser 
Beziehung aussprarh, ließ mich die Sache noch einmal 
übersehen, und ich kam zu dem Srhluß, daß ich auch 
den Andern ein Wort in dieser Richtung gestatten solle. 
Sie werden mich nun, wie ich hoffe, etwas vernünftiger 
finden. Ich erhielt heute mein Diplom als auswärtiges 
Mitglied der Akademie von Venedig. Man mußte zuvor 
darüber beim Kaiser anfragen, und alle die Schritte, 
die gewöhnlich viel Zeit in Anspruch nehmen, geschahen 
diesmal so rasch, daß man mir allgemein deshalb gratnlirt. 
,,Der gute Auröle ist weit der beste Mensch, den 
ich kenne. Ich bin so glücklirh, jenen ruhigen und zu: 
friedenen Charakter, der so nothwendig ist, um das 
Leben zu genießen und Andern Freude zu machen, bei 
ihm zu finden, daß es mich erquiikt, ihn zu sehen, zu 
hören. Er ist mit einem Wort meine große Lebensfreude. 
,,Jch erkenne jeHt mehr als je, wie wesentlic; es 
für den Menschen ist, steh nicht dieser unglütkseligen Dis: 
pos1zion zu überlassen, nur an seinen eigenen Ideen Ge: 
fallen zu finden. Man macht Ach zerlegt glauben, daß 
man mit Niemand mehr übereinstimmt. 
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