Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leopold Robert
Person:
Zoller, Edmund
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3416492
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3417948
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glauben, und zwar weil sie ßch vom Gefühle leiten läßt 
und das Gefühl vor Allem Wahrheit will. 
,,Man muß gestehen, daß sich in Sachen der Kunst 
Alles geändert hat. Jedes Jahr mehren sich die Künstler 
aller Nazionen in Rom und die Kenner, die jetzt in be: 
deutend geringerer Zahl kommen, bringen patriotische 
Ideen mit, die sie zum großen Theil hindern, die Ateliers 
selbst berühmter Künstler zu besuchen, wenn sie nicht ihre 
Landsleute smd. Das ist ausgemacht, man malt viel 
zu viele Bilder, nnd die Künstler, welche jetzt beginnen, 
sind sehr zu beklagen. Bei meiner Ankunft in Rom 
befand sich nicht ein Englä11der hier, der eine Kunst trieb; 
gegenwärtig ist eine große Anzahl anwesend, von welchen 
einige wirkliihes Talent beßSen, namentlich das, welches 
den reichen Jnsulanern gefällt. Die Deutschen haben 
gleichfalls einen besondern Geschmack und ihre Künstler 
entsprechen diesem vollkommen. Bis zum Pole haben alle 
Nazionen ihre jungen Maler, die sie natürlich bevorzugen. 
Wenn man sagt, daß Sibirier und Kosacken sah mit 
Kunst beschäftigen, so heißt das einfach, daß die ganze 
Welt ßch bemüht, Werke für ihre jeweiligen Nazionen zu 
machen; etwas ganz Natürlirhes, was man nicht tadeln 
kann; aber diese große Masse von Bildern wird eine 
Uebersättigung herbeiführen, wie sie bereits bei den MS: 
mern eingetreten ist, bei den reiihsten sogar und denen, 
die ihren Bildersammlungen die schönsten Zimmer ein: 
räumen und in die Mansarden ziehen, um den Fremden 
den Zugang zu ihren Galerien nicht zu versperren. Je 
größer der Zulauf von Nengierigen ist, desto geehrter 
fühlen sie ßch. Und doch würden sie nicht ein Jota
        

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