Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wilhelm Kaulbach
Person:
Müller, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3410317
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3412201
Die 
Arkaden. 
149 
Umgebung einnahn1, so schloß er sich doch in der nächsten Zeit der 
Vorliebe für das Großartige, für die Freskon1alerei immer mehr an. 
Während draußen im Reich vereinzelte Stimmen laut wurden, die auf 
die Grundsätze der alten frommen deutschen Kunst hinwiesen, in der 
das Liebliche und Sanfte, das Demütige und Himmlische seinen Ausdruck 
fand, ging in München alles fast ausnahmslos auf das Übermächtige, 
Reckenhafte, Heidnische hinaus. Man betrachtete  wie dies schon 
damals vereinzelt gerügt wurde  alles al fresse. Man führte ein 
Leben at fresco, man dachte, redete und handelte a1 fresc.o. Daß 
darüber vielfach der Zusammenhang mit der Wirklichkeit, mit der 
Natur vergessen wurde, ist einleuchtend. Je mehr der Jdealismus sich 
Von der realen Welt entfernt, desto leichter ist er auch der Gefahr aus: 
gesetzt, einseitig zu werden und zu entarten. Das sollte Kaulbach nur 
zu bald erfahren; und er ist der erste und damals der einzige ge: 
wesen, der wieder mit kühner Hand in das wahre, wirkliche Leben 
hineingegrissen hat. Merklich unterschieden sich aber auch jeht schon 
seine nächsten Arbeiten im hergebrachten Stile Von denen der übrigen 
Corneliusschule. Gegenüber den sigurenreichen, markigen und vielfach 
allzu gedrängten und zusammengeschachtelten Kompositionen liebte er 
Einfachheit, Maßhalten und Überfichtlichkeit. Er begniigte sich zum 
Ausdrucke dessen, was seine Bilder sagen wollten, immer nur mit ganz 
wenigen aber desto gros3artiger gedachten und desto bedeutender redenden 
Figuren und zeigte sich in dieser Beziehung bei weitem mehr als Meister 
der Kunst als in Vielen spätern Unternehmungen. 
3. 
Sehr bald fand sich Dein neuer Auftrag für ih11, als der König 
den Beschluß faßte, die Arkaden des Münchener Hofgartens mit neuen 
    
Diese Arkaden oder Bogengänge sind ebenso wie der ganze Hof: 
garten eine Schöpfung des Kurfürsten Max I. vom Jahre 1614. Sie 
bildeten Von anfang an einen Bestandteil der Residenz nnd waren nr: 
sprünglich 1nit verschiedenen Freskogemälden ausgesch1nÜckt, die Peter 
Candid, der als Maler, Bildhauer und Bau1ueister gleich berühmte, 
MS Brügge berufene Schöpfer der alten Residenz gemalt hatte. Die 
Bilder behandelten eine Verherrlichung nationaler Ereignisse, so der 
Thaten Ottos von Wittelsbach, seines Römerzugs, der Kaiserkrönung 
LUdWigs des Baiern. Jus Jahre 1822 erbaute dann König Maxi: 
11tilian I. Josef im Anschluß an die Hallen den Bazar, nach den Erst: 
wÜVfen Klenzes5, der in manchen Teilen, besonders in der Vielseitigkeit
        

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