Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Renaissance im Norden und die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts
Person:
Springer, Anton Springer, Jaro
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3405034
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3408392
Kunst 
JalJrh1mdert. 
Jahrhundert. 
besondere auch durch seine landschaftlichen Stimmungen die Eintöuigkeit des Juhaltes geschickt 
zu verbergen. 
Unter den übrigen Antwerpeuer Künstlern, welche die Genren1alerei pflegten, ausschlies;lich 
oder doch vorwiegend Szenen aus niederen Volkskreisen schilderteu, wären noch Joos vau 
Craesbeeck C1606P bis nach 1654J, der in der Weise seines Freundes Brouwer malte, und 
David Ryckaert  der dritte Künstler dieses Namens, da auch Vater und 
Großvater ihn führten, jedenfalls der bedeuteudste der Familie, zu erwähnen. Eine besondere 
Stellung nin1mt Gonzales Coques oder Cocx  der fei11sinuige Maler 
stiller bürgerlicher Behaglichkeit, ein. Seine Porträtgruppen nnd Einzelbilduisse streifen mit 
ihrer glücklich getroffenen 1uo1neutauen Sti1umung und der individuellen Auffassung an Charakter: 
figureu an und versetzen uns geradezu in das Gebiet der Genremalerei CFig. 311J. Im ganzen 
geht aber doch die Antwerpeuer Kunst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts rasch zurück. 
Es fehlt nicht an einzelnen guten Landschafts: u11d Marinemaleru; es blüht die Blumen: und 
Frucht1nalerei. Zu historischer Bedeutung hat sich aber keiner der vielen Künstler mehr auf: 
geschwungen. Die Gründung der Antwerpeuer Akade1nie C1663J, an welcher Teuiers regen 
Anteil nahm, hat den Verfall nur beschleunigt, da sie der Kunst den gesunden Volksboden 
raubte und eine kiinstliche Zucht der Maler einsiihrte. 
J11haltcs 
geschickt 
holländischen 
Malerschulen 
Jahrhundert. 
Die 
Perioden 
hollä11dischen 
Malerei. 
Bis zum Schlusse des 16. Jahrhunderts teilen die holländische nnd die vlau1ische Malerei 
im ganzen dasselbe Schicksal. Wie in1 15. Jahrh1u1dert zwischen den Werken holländischer 
Künstler und jenen der Eyckschen Schule kein grundsät;,licher Unterschied waltet, vielmehr alle 
sich in verwa11dten Geleisen bewegen, 11ur das; in Holland der Blick für die nnigebende Natur 
noch geschärfter erfiheint, so stehen i1u folgenden Jahrhundert die holländischen wie die fla11drischen 
Künstler gleichmäßig unter italienischen: Eiuflusse. Dieser Einfluß war aber am Anfange des 
17.. Jahrhunderts nicht so fremdartiger Natur wie in dem früheren Menschenalter. Die nieder: 
ländischen Maler studierten nicht mehr die alten Renaissancemeister, sondern hielten sich mehr 
an die Zeitgenossen, namentlich an die Natnralisten, 11nd sahen Kunst nnd Natur doch mehr 
mit den eigenen Augen. Daß Elshei1ner is. S. 278J aus mehrere holländische Meister, wie 
Swanenlmrg, Pynas, Last1nan, so nachhaltig einwirken konnte, beweist, daß sie sich auch in 
Rom der heimischen Weise bewußt blieben, welche sie nach ihrer Rückkehr natürlich noch stärker 
zur Geltung brachten. Diese Einkehr in das heimatliche Wesen ging in derselben Zeit vor 
sich, in welcher das holländische Volk sich nach schweren nnd blutigen Kämpfen schließlich sieg: 
reich seine Unabhängigkeit und Freiheit errang. Jn der politischen wie in der kiinstlerischen 
Welt behauptete es seitdem ein Jahrhundert lang eine ehrenvolle, selbständige Stellung. Die 
großen Ereignisse, welche der kleinen holländisc;en Nation, freilich nur für einen begrenzten 
Zeitraum, eine weltgeschichtliche Bedeutung verliehen, spiegeln sich nicht unmittelbar in den 
einzelnen Gemälden ab; wohl aber bilden sie den allgemeinen Hintergrund, von welchem jene 
sich abheben. Sie haben die Stimmung vorbereitet 1cnd geschaffen, welcher die Kunstwerke des 
17. Jahrhunderts in Holland einen so reichen n11d vollendeten Ausdruck verleihen. 
Wohl bestanden schon längst in den nördlichen Niederlanden fruchtbare Kunstschnlen, wie 
in Haarlem, Lenden, Utrecht und anderen Städten. Auch das Stoffgebiet, in welchem sich die
        

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