Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Renaissance im Norden und die Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts
Person:
Springer, Anton Springer, Jaro
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3405034
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3406577
Aus 
Jsig.114. Die 
den Zeichuuugen 
Narrheit vom .Katheder steigend. 
.Holbein4:s d. j., zum Lob der Narrheit. 
Haus 
Holbcin 
jüngere. 
 öllig unabhängig von Nürnberg, mit Angsbnrg nur durch Abstammung und 
 Jngenderziehung lose verbunden, tritt uns der letzte große Maler der Refor: 
 1nationsperiode entgegen. Hans Holbein, 1497 in Augsburg geboren, gewinnt 
 fiir uns erst seit seiner Uebersiedelnng nach Basel C1515; eine greifbare 
  Gestalt. Zuerst mag er in der Werkstätte des Hans Herbst, dessen Porträt 
CNorthbrookgalerie in London; er im Jahre 1516, also erst siebzehn Jahre alt, malte, 
Beschäftigung gefunden haben. Jn demselben Jahre scheint er sich bereits selbständig gemacht 
zu haben; denn aus diesem stammen die von einem Rahmen nmschlossenen Bildnisse des 
Bürgermeisters Jakob Meyer, gen. zum Hasen, und seiner Gattin CMuseu1u zu Basel;. Um 
seinen Lebensunterhalt zu gewinnen, unternahm er Arbeiten der mannigfaltigsten Art. Wir 
finden ihn mit der Bemalnug von Fassaden in Lnzern und Basel beschäftigt; er malt das 
Anshängeschild eines Schulmeisters C1516;, nnd eine Lin der Ziiricher Stc1dtbibliothek be: 
währte; Tifchplatte, mit der satirischen Geschichte des :sNiemandcc, dem die Menschen alle 
Schuld ausznbürden lieben; er macht Entwiirfe zu GlasgeIuälden nnd Zeichnungen für Form: 
schneider: Titeleinrahmungen, Randleisten, Jnitialenalphabete, Buchdrnckersignete, welche zahl: 
reiche, von den Baseler Druckern herausgegebene Werke schmücken. Die Verbindung mit diesen 
durchgehends angesehenen und tüchtigen, selbst gelehrten Männern bahute ihm den Weg zu 
den humanistischen Kreisen, vor allem zu dem Fürsten der Hu1uanisten, zu Erasmns von 
Rotterdam. Das älteste Denkmal seiner Beziehungen zu Eras1uns sind die flüchtigen Feder: 
zeichnungen zu dem :sLobe der Narrheitcc, dieser volkstü1nlichsten Schrift des großen Humanisten, 
mit welchen er, offenbar unter dem Beirate eines Humanisten, im Winter 1515 die Ränder 
eines Exemplars schmückte CFig. 114;. 
Seine innere Entwickelung, besonders in dem Fache, in welchem er den höchsten Ruhm 
erzielte, in der Porträtmalerei, hatte er früh nnd rasch vollendet. Aus dem Jahre 1519 stammt 
das Brnstbild des Bonifaeins Amerbach CMuseuni zu Basel;, welches bereits die Vorzüge der 
Holbeiuschen Porträts, die feste Zeichnung, die scharfe Charakteristik, den feinen Farbeuschn1elz, 
aufweist. Diesen verstand er noch zu steigern, als er einige Jahre später C1526;, den satirisch: 
moralischen Neigungen der Baseler Humanisten huldigend, auf zwei Tafeln CMuseum zu Basel; 
die wahre CVenus nnd Amor; und die feile Liebe LLais Corinthiaea; schilderte. Das Volk,
        

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