Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Mittelalter
Person:
Springer, Anton Springer, Jaro
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3398264
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3399636
Die Entwickelung nationaler Kunstweisen. 
Die nordische Kunst im 11. 
Auch Rautenschmuck, kleine Konsolen, iibereckgestellte Steine, leicht herste1Ibar, waren beliebt, 
ebenso Musteru11g und polychrome Ausstattung der Flächen und Glieder. Die Abhängigkeit 
der Bauformen von der Natur des Banstoffes, das Herauswachsen der ersteren a11s dem 
letzteren unterliegt keinem Zweifel. Ging dieser Schöpfnngsakt erst auf norddeutschem Boden 
vor sich oder wurden die anderwärts geschaffenen Formen hier fertig übernommenJP Ohne 
zureichenden Grund wies man auf den oberitalienischen Backsteinbau als Muster hin. Viel 
näher liegt die Vermutung, daß die niederländischen Ziegelbreuner, welche sich im 12. Jahr: 
hundert in Norddeutschland aI1siedelten und die Leistungsfähigkeit des gebrannten Tho11es kannten, 
die Anpassung der Formen an die Natur desselben versuchten. Der Baclsteiubau entwickelt 
sich in der norddeutscheu Ebene nur allmählich, tritt zuerst in Verbindung mit dem schwer: 
fälligen Granit  das Material wurde von den zu Tage liegenden Findlingen gewonnen  
und dem aus Sachsen auf der Elbe eingesührten Sandstein aus und gewinnt erst am Schlusse 
des 12. Jahrhunderts CArendsee, DobrilugkJ seine vollständige Dnrchbildung. Der bedeu: 
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KapitiiI 
aus Jeridhow. 
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Apsis 
Dobril11gk. 
tendste Kirchenban, die Prä1nonstratenserkirche zu Jericho1o bei Tangermünde CFig. 142J, fand 
erst im 13. Jahrhundert seine Vollendung. 
Auch in den skandinavischen Ländern besitzt der Hansteinban einen mächtigen Neben: 
buhler; dieser aber ist nicht der Ziegel:, sondern der Holzban. Das an brauchbare1n Stein: 
material arme Land versorgte sich auf dem Seewege mit rheinischem Tuffe. So erklärt sich 
die Verwandtschaft dänischer Kirchen aus der sogenannten Waldemarsche11 Periode  
z. B. des Doms in Ribe mit den Werken der kölnischen Schule. Auch der ,Ziegelbau bricht 
sich seit dem 12. Jahrhundert Bahn. Das größte Interesse nehmen aber die norwegischen 
Holzkirchen in Anspruch. Mögen sie auch nicht dem tieferen Mittelalter angehören, so vertreten 
sie doch eine uralte Bildungsstufe und bieten eine gute Anschauung von der ursprünglichen, 
auch in Deutschland verbreiteten Holzarchitektur. Noch stehen in Norwegen mehrere mittels 
alterliche Holzkirchen aufrecht; eine der ältesten, jene zu Wang bei Drontheim CFig. 143 u. 144J, 
wurde 1842 nach Schlesien versetzt, wo sie auf völlig heimischem Boden steht, da auch in Ober: 
schlesien wie in den benachbarten slawischen Landschaften, der Holzbaustil sich erhalten hat. 
Den Kern der Anlage bildet ein von Holzsäulen getragenes beinahe quadratisches Schiff, an
        

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