Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Altertum
Person:
Springer, Anton Springer, Jaro
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3395338
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3395768
ältesten 
Orname11tgattu11ge11. 
Hier stoßen wir auf ein weiteres Element der Kunstentwickelung von durchgreifender Wich: 
tigkeit. Wie Stammmischung erst die rechte Energie für eine erfolgreiche politische Thätigkeit 
darbietet, so erweitert die Kulturn1ischung die künstlerifchen Fähigkeiten. Die Berührung mit 
einer fremden Kunstwelt lockt nicht allein zur Aneignung ihrer mannigfachen Formen, sondern 
treibt auch die in der eigenen Natur wurzelnden Keime zu rascherer Blüte. 
Jm Laufe der Entwickelung verwischten sich die Spuren der früheren Stufen und wurde 
die Erinnerung an den Ursprung der Kunst verdunkelt. Erfreut sich ein Volk einer lebendigen 
Kunst, so besiHt es nicht mehr die Lust und die Muße, den mühsamen, steinigen Weg, den es 
hat erklimmen müssen, zu pflegen. Selbst auf der Höhe angelangt, fesseln es bei dem Rück: 
blick in die Vergangenheit nur ähnliche Höhepunkte. Jahrtausende vergingen erst, ehe man auf 
die elementaren Anfänge der Kunst, auf die Schichten längst verklungener Kulturperioden auf: 
merkfam wurde und ihre Bedeutung für die spätere Entwickelung erfaßte. 
Die in den legten Jahrzehnten mit großem Eifer betriebene Forschung stößt noch auf 
ge1oaltige Linken und hat für die Erkenntnis des Ursprungs der bestimmten nationalen Kunstweifen 
bis jetzt.kaum mehr als einzelne Bausteine geliefert. Jmmerhin ist es aber schon möglich, ein 
HEXE: N 
 
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ej. 
NordkfcJe 
Schalen 
Urnen 
Bronzeblech. 
beiläufiges und allgemeines Bild von dem Aufsteigen der Kunst aus dem Kreise des HandwerkesZ 
zu entwerfen. Dies Bild offenbart das Ornament als ältesten Ausdruck des Kunstsinnes, zeigt, 
wie die lineare Oruamentik sich rascher entwickelte als die figürlichen Darstellungen, die meistens 
im Verhältnis zur gleichzeitigen geometrischen und Pflauzen:Dekoratiou eine entseHliche Rohheit 
aufweisen CFig. 8J, und hebt hervor, daß selbst als der Natursinn erweitert war, Pflanzen: und 
Tierbilder besser gelangen als die Wiedergabe menschlicher Gestalten. 
Hier heftet sich der Fortschritt nicht an die Götteridole, zu denen anfangs, wie zu Ge: 
räten, Naturkörper verwendet wurden, sondern an Flachbilder, Teppicharbeiten, den Thongefäßen 
aufgemalte Figuren, gefärbte Steinreliefs u11d endlich Rundfiguren. Die älteste ägyptische und 
assyrische Kunst hat uns keine Götterbilder hinterlassen; auf dem Schilde des Achilles fehlen die 
mythischen Gestalten, und auch die Vronzefunde in Olympia bekunden, daß zwar schon frühzeitig 
Figuren von Menschen und Tieren als Weihgeschenke für die Götter geformt und gegossen, diese 
selbst aber noch nicht künstlerisch dargestellt wurden. Der Natur wurden die einfachen Be: 
wegungen und Stellungen abgeschaut, in der Kunst die elementarer: Zustände des Lebens 
wiedergegeben.
        

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