Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3395185
786 
v1j. 
Bushs 
Der 
RealiBun1s. 
unreife 
realistischen Schule. Von den Bildern jener Ausstellnng ist ,,der Frühlings 
im Luxembourg: nichts weiter als ein in die Tiefe sich ausbreitendes noch 
grünes Kornfeld mit blühenden Apfelbcimnen, Allein so treffend ist der 
Boden in die Ferne abgetöut, das Grün im blasfen Mittagslicht so weich 
m1d schinnnernd nnd frisch, daß der Blick tief hineingezogen wird und man 
sich voll heiterer Gedanken, darin ergehen möchte. Ein anderes Bild da: 
gegen, eine Landstraße mit Obstbän1nen und einer Ltinnnerherde nach Sonnens 
Untergang, war tansprechend durch die tiefe und kräftige Abeudstinnnnng. 
Daneben freilich fand sich ein ,,Schlag von PappelnE, der höchstens durch 
seine Naturtoahrheit anziehen konnte.i Auch die Bilder von 1859, nament3 
lich ,,die Ufer der Qisett haben noch jenen harmlosen Reiz. Doch streift 
schon die skizze1thafte Behandlung die ciußerste Grenze. Noch ist sie berechtigt, 
da sie die Form der Dinge wenigstens durch die feine Abstufung der Töne aus 
zeigt, wenn auch die Behandlung in breit aufgefetzten, oft nur leicht hinges 
riebenen Tinten alles Detail in einförmige Massen znsammenfaßt. 
Nenerdiugs geht Daubiguy in dieserHWeise noch weiter. Er hat nur 
noch eine entschiedene Gesannntwirtung im Auge, die wie Ein voller starker 
Ton in den Beschauer einschlagen soll. Nun sucht er auch Stinnnungen 
auf, die wenngleich in der Natur häufig doch in die Malerei bisher kaum 
Eingang gefunden, nnd wählt dazu nieht selten einen Natnrausschnitt, der 
vollkonnnen reizlos ist nnd sicher keinen Wandersmann zum Verweilen ein: 
laden würde. Eine Schafhiirde auf scholligent Stoppelfeld bei einbrechender 
Nacht, sein elendes Dorf am abhäugenden Rand eines schmuhigen Baches 
in später Dämmerung cbeide 1861J, ein Mondschein durch diistere Wolken 
auf ödes Haideland mit ein paar Hütten C1865J; Landschaften, die nur 
durch die Kraft des Tons, die.Energie der Gesa1nmtstiunnnng wirken wollen, 
auch ans den zuriicktretendeu Beschauer. diese Wirkung nicht verfehlen, aber 
ans der Nähe gesehen nichts weiter sind als eine nnterschiedslofe.Masse 
fett und breit hingefetzter Piuselstriche. Mitunter kehrt der Maler zu einer 
freundlieheren Natur zurück, namentlich zu den grünen Ufern der Oife, wo 
Ich runde volle Bäume. im stillen Wasser spiegeln nnd über den saftigen 
Wiesen die Ruhe somn1erlicher Lüfte liegt. SolchesStinnnnngen, den Abs 
glanz einer lichte nnd farbeuvollen Natur, weiß er frisch wie immer mitzni 
theilen, wenn auch nun die Behandlung Form.und Gestalt der Dinge 
allzusehr verschwemmt.  
Keiner der Uebrigen kommt Daubigny gleich. Charles Leroux lgeb. 
gegen t808J, der ungefähr gleichzeitig mit ihm austrat, gibt mit rauhem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.