Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3394567
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VII. 
Buths 
KctPs 
Kaiferrcic5h. 
erften 
Landschast unter dem 
Die 
die treue Schilderung der Natur zu thun; jetzt aber tritt immer deutlicher 
zu Tage, daß es ebensosehr gilt im Ergreifen der malerischen Erscheinung 
die volle Snbjektivität des Talentes und die Virtuosität des Pinsels zu 
bewähren. Die licht und rein n1alerische Wirkung bei ganz gleichem nnd 
gleiä;gültigem Werth der Gegenstände, das also ist das Ziel, bei dem 
schließlich die n1oderne Laudschast in ihrer neuesten Phase angelangt ist. 
Indes; damit ist auch, so scheint es, die letzte Grenze künstlerischer Dars 
stellnng erreicht. Denn wozu noch sollte die Welt der Gegenstände im 
Bilde wiederkehren, wenn sie an sich selber werths und interesselos istP 
Wozu noch im Lichte des Tages schweben nnd schimmern, wenn sie doch 
endlich kein anderes Recht des Daseins hat, als was ihr das Auge des 
Malers auf Augenblicke leiht2 
Doch diese letzte Entwickelung der französischen Laudschast haben wir 
eingehender an ihrem Orte zu betrachten. Juden: ich nun den Verlauf 
dieses Kunstzweiges im Einzelnen verfolgt, kann ich mich diesmal, trotz der 
Bedeutung desselben nnd seines in der That merkwiirdigen Reichthums, 
doch kürzer fassen. Denn einmal fällt die Mannigfaltigkeit der Stoffwelt 
weg; und dann, wenn es überhaupt mißlich ist, Bilder zu beschreiben, so 
wird das geradezu unmöglich bei Landschaften, der Versuch wenigstens fast 
durchweg nnhlos. Ich muß mich auf die Charakteristik der verschiedenen 
Richtungen nnd Meister beschränken nnd kann höchstens bei einigen hervor: 
tragenden Bildern trachten den Eindruck, den sie auf den Beschauer machen, 
in Worte zu fassen. Was den Entwicklungsgang dieses Zweiges anlangt, 
so beschreibt er genau dieselbe Linie, welche die französische Malerei übers 
hanpt verfolgt. Er macht die sämmtlichen Stadien derselben mit durch; 
daher kehrt in diesem Buche die Gliederung des Ganzen wieder. 
unter dem vrsien iZaiscrrcis11.4 
Die tandsü1aft vor der Renalucion nnd 
Unter der n11u1nsckjränkten Herrschaft, welche David7s klassische Rich: 
tnug über die Kunst seines Zeitalters ansübte, fand sich für die Landschaft 
nur wenig Raum nnd Interesse. Fast als eine Angelegenheit des Staates 
betrachtete David die Malerei, nnd nur mit den höchsten Aufgaben sollte 
sie sich seiner Ueberzeugnng nach beschäftigen. Lediglich das Heldenhafte 
in den plastisch geläuterteu Formen des nackten menschlichen Leibes schien
        

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