Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3394428
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Bachs 
KL:ps 
1II. 
Z. Das 
Sittenbild des Orients. 
kleinen Figuren in einer reichen Landfchast, das Jueinanderspiel der man: 
nigfaltigsten Lokalfarben iibertrieben, wodurch sich die Wirkung zersplittert 
nnd das Kolorit sleckig wird, während in ein paar anderen Bildern von 
1864 und 65 ein besonderer eintöniger Effekt szu stark vorwiegt. Sollte auch 
Fromentin jenem Schicksal unterliegen, das manche der jüngeren Talente, 
indem sie immer in demselben Kreise sich bewegen, über das wahre künsts 
lerisehe Maß so bald hinanstreibt2  
Nur kurz kann ich bei den übrigen Malern dieser Gattung verweilen. 
Es sind alles Realistensvon gröberen1 Schlage, weniger edel in der Be; 
handlung der Form und auf sonderbare, oft gewalsame Lichtwirkungen aus; 
wie auch meistens die Gruppirung nnd Bewegung der Figuren das genaue 
Abbild der Wirklichkeit, aber einer ungewöhnlichen, geben will. Sie schili 
dern größtentheils die Sitten nnd Gebrauche der Araber eingehender, als 
es For1nentin gethan hat. Talent nnd Geschick sind auch hier zu finden. 
Dahin gehören ThcZodore Feste, der Bruder des oben genannten EdoUard 
cgeb. 1808J, der auch Architekturbilder aus dem Orient gebracht hat; LHon 
Bellh, der früher mehr Landschaften malte, nun aber auch die Menschen 
in einfachen Lebenszuständen nnd im vollen Sonnenlicht eines wolkenlosen 
Himmels zu beobachten weiß c,,Pilger nach MekkalI von 186I im Luxcms 
bourgJ; aus der jüngsten Zeit noch Gnstade Gnillaumet, der in der 
Ausbreitung gleichrnäs;iger Lichtfti1n1nungen tüchtig ist c,,Abendgebet in der 
Saharas von 1863 im LuxembonrgJl, und Edouard.Magh, der die Si: 
tuation seiner lebendig bewegten Figuren auch im Kolorit charakterisirt, 
aber die Landschaft gar zu oberflächlich behandelt. Louis Mouchot, auch 
als Landschafter thätig, schildert das Leben in den Straßen von Cairo, 
wobei die malerische Architektur ebeusoviel zur Wirkung beiträgt, als die 
ihren Geschäften nachgehenden Menschen. Seine Bilder sind warm nnd leuchs 
tend durch das Spiel des entfallenden Sonnenlichts mit dem Dunkel der 
Schatten auf den reichen Lokaltönen. Noch ist hier Alb ert Pafini, ein 
geborner Jtaliener, zu nennen, der seltsame Belenchtungen liebt und neueri 
dings, nachdem er Sceuen aus dem arabischen Leben behandelt, mit gleicher 
Gewandtheit zu perfischen Motiven greift. Von den übrigen Malern, die 
von der Landschast nur zuweilen zum Genre übergehen, wie Berihere, 
Beilel u. f. f. wird im siebenten Buch die Rede sein.  
Diesen Künstlern lassen sich einige Andere anschließen, welche das als 
gierisehe Volksleben von feiner edleren Erscheinung fassen und an ihm eine 
gewisse Forn1enschönheit zum Ausdruck bringen wollen: Leopold de Maus
        

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