Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3393280
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Bachs 
Raps 
Die Darstellung des Nacken mit dem Reiz der Sinnlichkeit. 
die ans der Unterwelt die Büdhse Proserpinens bringt, eine in leichtem 
dnftigem Gewand leise daher schwebende Gestalt, grau und zart in der 
Färbung, die Bersinnlichung gleichsam eines poetischen Traumbildes, ist 
nicht ohne Anmuth, aber ganz losgelöst vom klassischen Boden und in das 
tveirhe Element n1oderner Empfindung übertragen. Die italienis6hen.Genres 
bildet des Künstlers  Ernte in den Bergen von Picinesca, neapolita: 
titsche Mutter mit ihrem Kinde in einem armen aber heimeligen Gemach, 
rastende Pilger bei dem Kloster Sau Benedetto, kleine ueapolitanische 
Blutnenverkänferinnen u. s. f.  haben ebenfalls einen Anflug poetisdJer 
Stimmung. Sie find in der Gruppirung einfach und natürlich, recht an: 
sprechend in der Bewegung der Figuren, in der Färbung harmonisch, wenn 
auch nitht saftig. Aber sie geben, namentlich seine neuesten Bilder der Art, 
die natürliche Größe und Schönheit des Stammes in einer äußerlichen 
Weise wieder und schwächen durch das iEmpfindsame des Ausdrucks nnd 
gewöhnliche malerisChe Reizmittel die Kraft seiner charattervollen Erscheinung 
ab. Ernster und tüchtiger, in den Ton der warmen klaren Lust des Siii 
dens eingetaurht sind die italienischen Landschaften Curzon7s.  Fast ganz 
in7s poetische Gebiet zieht Jean Anbert cfrüher KupferstecherJ die schönen 
Frauengestalten der Antile herüber, die er in stillen einfachen Situationen 
Und im weichen Fluß griechischer Gewandung darstellt. Im Grunde ist es 
auch ihm nur um die ideale, aber moderner Gefühlsweise nahe gebrachte 
Erscheinung jugendlicher Frauen zu thun. Er zeigt He uns gerne am Ufer 
des Meeres träumend und sinnend, wie in der ,,RSveriett vom Jahre 
1859 oder im dertranlichen Anstausch holder Geheimnisse  in ,,Confis 
denkend von 1861  die der Beschanererrathen mag. Ein ander Mal 
gibt er unter dem Namen ,,Jugends eine Art griechischer Jdhlle lSalon 
von 1865J: ein Hellene, noch gar jung nnd unbärtig, beugt Ich vor um 
an einem Blumenstrauß zu riechen, den seine Gefährtin am Busen trägt, 
nnd wird Von ihr nicht allzu streng zuriickgewiesen.9J Immer anmuthige 
Gestalten durch den reinen Zug der Linien und das Maß der vom zier: 
lieben griechischen Gewande verhüllten Formen, sowie durch das milde 
graue Kolorit und den Ausdruck. unbestimmter Empfindung, aber ohne mai 
lerifihe Bewegung und Tiefe.  Landelle und Jalabert endlich, die 
mit diesen Künstlern verwandte Züge darbieten, hat schon das vierte Buch 
besprochen.    
Sammlung. 
nd Nach dem Original 
I und
        

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