Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3391363
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Bachs 
1. KcIps 
Die kleineren MeifIer der hiftorischen Richtung. 
dennauch die verschiedensten historischen Vorwürfe über denselben theatra: 
lischen Leisten schlug, der die klassische Weise kennzeichnet Caußer den oben: 
genannten Bildern aus der Zeitgeschichte Einnahme von Brescia, Schlacht 
bei Ascalon u. s. f.J.  Endlich gehört in diese Klasse noch DeEsireZ 
Court  Schüler von Gros, dem wir schon unter dem Pers 
trait: und Mode1nalern begegnet sind. Ein Talent, das sowol in diesem 
süßen und frivolen Jdealis1nus als in den ofsiziellen Gesehichtsbildern ge: 
radezu zu Grunde gegangen ist. Sein erstes größeres Werk ,,der Tod 
Cäsarslt, oder vielmehr die Rede des Antonius an das Volk nach dems 
selben cvom Jahre 1827, im LuxenbourgI, hatte große Hoffnungen 
erweckt; wirklich zeichnet sich dasselbe vor den klassischen Bildern der 
Zeit, wenn es auch von ihren Mängeln nicht frei geblieben, durch die 
lebendige Anordnung und die Energie der Darstellung aus. Einmal von 
dem Weg der ernsten Kunst abgegangen, auf leichten Verdienst nnd den 
Beifall der Menge aus hat der Maler später etwas Tiichtiges nicht mehr 
hervorbringen können. Daher stehen seine historisihen Darstellnngen, die 
meistens Momente aus der Zeitgeschichte behandeln, auf derselben Stufe, 
wie seine Portraits, worin er mit äußerlicher Geschicklichkeit jene abgei 
schliffene modische Elegauz der Erscheinung gibt, die wir im vierten Buche 
als das Kennzeichen einer ganzen Gattung angetroffen haben. Es 
Bedeutender sind zwei andere Meister, die ebenfalls aus der älteren 
Schule kommen, aber von ihren Mängeln sich zu befreien.suchten, indem 
sie auf dem Felde der Geschichtsmalerei, ohne sich geradezu den Roman; 
tikern zu nähern, zwischen beiden Kunstweisen eine mittlere Stellung eins 
nahmen. Der Eine Charles Steuben  zu Baucrbach 
im Badischen geboren, ist mit seinem Vater als Kind schon nach Nuß: 
land, dann früh zu seiner Ausbildung nach Paris  in Gerards Atelier 
 gelonnnen und dort den größten Theil seines Lebens geblieben, zählt 
daher zur sranzösisc;en Schule. Schon 1812 fand er mit einem Bilde, 
das Peter den Großen auf den: Ladogasee während eines Sturmes dar: 
stellte, wie er unter der Verzweiflung der Matrosen mit kühnem Muth 
das Steuer ergreift,IJ so entschsieden.en Beifall, daß es später Lndrvig XVIII. 
in einem Gobelinteppiih für den russischen Kaiser Alexander kopiren ließ. 
Noch ist freilich in den Figuren das biihnenhafte Pathos der David7: 
schen Schule. Auch in seinen späteren Werken gelang es Steuben nicht, 
Lithographitt von C. 
Kaufmann.
        

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