Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3389616
Die Victuosttät. 
Das 
Aquarepl. 
Bo11iugtou. 
267 
Finanzmänner eine ansgebreitete Klasse zu bilden. Juden: aber damit 
auch der Luxus kostbar und glänzend eingerichteter Wohnungen immer 
mehr aufla1n, erhielt die Malerei die Aufgabe, mit. kleineren Staffelei: 
bildern die Wände zu schmücken, und eben jene Behandlungsweise, welche 
Meisterschast mit Reiz verband, mußte einem Geschlechte zusagen, daß sich 
ebensoviel auf seine Bildung als auf seine Fähigkeit des Lebensgenusses 
zu gute that. In dieser Zeit beginnt daher auch die reiche Entwickelung 
der Genremalerei cderen verschiedene Arten und Gattungen ich später 
zusammenfassen werdeJ unter dem Einfluß der romantischen Schule. 
Von noch größerem Einfluß indessen als Deca1nps auf jene koloristische 
Richtung war RichardsParkes Bonington  ein Englän: 
der, der jedoch sowol durch seine künstlerische Laufbahn als durch diese 
Einwirkung mit fast gleichem Recht wie der englischen der französischen 
Kunst angehört. Aus der Schule von Gros gekomnten und mit Delacroix 
eng befreundet war er Einer der Ersten gewesen, der im Louvre die 
Holländer und Venetianer studirte. Mit einem feinen Farbensinn nnd 
einer merkwürdigen Leichtigkeit des Talentes verband er eine durchaus 
malerische Anschauung und wahre Naturen1pfindnng sowol für die Art, 
wie das menschliche Dasein sich gibt, als das stinnnungsvolle Leben der 
Landschaft. Von seinen französischen Zeitgenossen war er darin verschieden, 
daß es ihm weder um die Schilderung eines ergreisenden Inhalts noch 
um den Schein einer hervorstechenden Eigenthämlichkeit zu thun war. Jhm 
genügte als Vorwurf das einfache anmuthige Zusannnensein edler über die 
Noth und das Gemeine erhobener Menschen im Gewand einer farben; 
reichen, schon in ihrer eigenen Erscheinung künstlerifchen Zeit; andrer: 
seits scheute er sich nicht, Gestalten nnd Bewegungen alten Meistern zu 
entnehmen, ohne deshalb zum Nachahmer zu werden. So behandelte er am 
liebsten stille trauliche Momente aus dem hänsliehen Leben der Großen 
der Nenaissancezeit: Franz I. mit seiner Schwester in anmuthiger Gruppe 
zum Fenster hinanssehend, ein andermal Franz I., Karl V. und die 
Herzogin von EtampessCim LouVreJ in der Stimmung harmloser Gesellig: 
keit, so daß dem Beschauer die Frage gar nicht kommt, was die Figuren 
wol Vorhaben, dann Heinrich lll. den spanischen Gesandten empsangend,HJ 
VI Auch die Voningtonlfchen Bilder werden nun theuer bezahlt; das obengenamne 
lliegsbeim Verkauf der Sammlung des Lord Sevmour C1860I auf den fabelhaften Preis 
von 49,500 Frcs. Diese lostspielige Beriihmthkit des Meisters ist doch, wie bei Decamps, 
zum g1kten Theil Modefache. Was Boningto11 bei allem Reiz des Kolotits und der An:
        

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