Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der modernen französischen Malerei seit 1789
Person:
Meyer, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3386212
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3388493
Fragouacd. 
MauzakfsEs 
Alanx. Heim. 
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Anschauung nnd Phantasie, aber mit einer gewissen Leichtigkeit des Schaf: 
sens seine Kcnntnisse des Nackten nnd der Getoandung bei der Behand: 
lung antiker nnd allegorischer Stoffe bald in dieser, bald in jener Grind; 
pirnng anbrachte. Sein Hauptwerk, über der großen Lonvretreppe, die 
Wiedergeburt der Künste can: Ende des achtzehuteu Jahrhunderts in Franks 
reich: Aufschwung der bildeuden Künste zum Genins aus den Un1scl,dlingnngen 
der Nacht, des Fanatis1nns und der 111nvissenheitD in ziemlich understand: 
licher Weise darstellend ci819J ist bei dein Ausbau des Schlosses mit der 
Treppe verschwunden ciiber seine Kirchensresken s. nntenI; was ihn aber 
sicher mehr kennzeichnet, sind die bekannten grisail1es, grau in grau ans: 
gefiihrte, nnd mit absichtlicher Täuschung das Relief in seinen Erhöhungen 
nnd Vertiefungen nachahn1ende Gemälde, die ebeudeßhalb auch ganz im 
plastischeu Sthl gehalten sein 1niisseu Eint Louvre nnd in der BörseJ. In 
dieser Gattung, die in den zwauziger Jahren beliebt war Eint Lonvre 
auch von Vinchon nnd Gosse, doch nicht mit gleicher Fertigkeit angewendet; 
und noch jetzt den Laien überrascht, war denn endlich die klassische Schule 
auf ihren richtigen Ausdruck herabgebracht: diese Malerei, Von vornherein 
auf skulpturartige Erscheinung angelegt und für das seeleuvolle Leben der 
Farbe verschlossen, entledigte sich endlich derselben, da sie ihr nnbequem 
war und suchte durch triigerischen Schein.die Wirkung des farblosen Bild; 
Werks zu erreichen.  
Die übrigen indessen von den oben Augefiihrten hielten. weniger streng 
an der überlieserten Art fest und bemühten sich, beweglichere Naturen und 
von dem Erfolg der romantischen Kunstweise angetrieben, diese mit jener 
zu vereinigen. Es zeigt sich das schon  nach der Mitte der zwanziger 
Jahre  in den späteren allegorischen Louvreplafonds. Zwar behalten 
diese Maler, die Drolling, Heim, Fragonard, Manzaisse, Alaux, 
das Streben nach idealer Würde bei, das sie von David überkonuneu 
hatten, aber sie suchten mit der hergebrachten stylisirenden Auffassung einen 
lebhafteren Farbenschein, eine größeresFreiheit der Bewegungen, eine keckere 
Behandlung zu verbinden. Sie haben sich auf diese Weise ihrer Zeit einen 
gewissen Ruf erworben, aber ein eigenthiimlich hervortretendes Talent ist 
Keiner Von ihnen. Anoh Heim nicht, den man dafür hat. erklären wollen. 
Zwar zeigten seine ersten Werke, namentlich ans der Heiligengeschichte 
cMarwrerthnm der Heiligen Chr nnd Jnlietta in der Kirche St. Gervais 
t819, des hl. Hippolyt in der N0tresda1ne 1822, Scene aus der ,Zer: 
störnng von Jerusalem im Luxembonrg s1824J, in denen er die bewegtere
        

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