Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3381048
ZUla, 
Emile 
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nach Hause, mit unbefriedigte1n Schönheitssinn und miß: 
handeltem Trom1nelfell. Beruht ja überhaupt der Traum 
einer Verbindung aller Künste zu einer großartigen Ge: 
sa1ntwirkung auf totaler Verkenn11ng der ästhetischen Ge: 
sege. Jede Kunst hat ihr bestimnites Bereich, ihre be: 
sonderen Bedingungen, und kann zu ihrer Vollendung 
nur dadurch gelangen, daß sie für eigene Rechnung arbeitet. 
Die Vereinigung aller ist die Beeinträchtigung einer jeden. 
So gewiß daher die Oper mit ihrem trügerischem bei 
allen Künsten zusa1nmengeliehenen Lappenkleide im Grunde 
nichts ist als ein barbarisches Kunstge1nisch, so gewiß ist 
das ,,Knnstwerk der ZukunstU mit all seinen Pauken und 
Trompeten nichts als ein großer .Hu1nbng. 
VIII. 
Wie wenig unser ,,Naturc1listU von den ästhetischen 
Pflichten des Dichters eine Ahnung hat, das tritt am 
deutlichsten zu Tage, wenn wir sein Verfahren mit den 
Anforderungen vergleichen, welche ein geläuterter poetifcher 
Geist, wie zum Beispiel Schiller, sich selber stellt, um seiner 
Aufgabe gerecht zu werden. Der Abstand ist freilich ein 
gewaltiger; überdies bewegt sich das Dra1na, auf einer 
höheren Bühne als der Roman, und neben dem .Hisiorien: 
gemälde hat das Genrebild seine Berechtigung. Aber die 
ästhetischen Grundgesehe bleiben überall dieselben; und
        

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