Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3380957
V11. 
Im übrigen und abgesehen von dieser schwarzen 
Kehrseite, berechtigen selbst seine Vorzüge den ,,Meister 
des NatnralismusU keineswegs, die Stellung einzunehmen, 
die er sich anmaßt. Nachdem er in seinen journalistischens 
Kritiken die Romandichter der Gegenwart von oben herab 
gerichtet und unter den literarischen Berühmtheiten der 
vorhergehenden Periode mit Hilfe eines großen Massen: 
mordes aufgeräu1nt, geberdet er sich nun als der Apostel 
der ,,ZukunftsUliteratur. Dem Ideal muß die Maske 
abgerissen werden. Naturalismus heißt das Dogma der 
neuen Zeit. ,,Die RepublikH  sagt Zola  ,,ist natura: 
listisch, oder sie ist nicht.E Namentlich gegen den ,,Roman:. 
tismusE, den er einen Aussatz nennt, und gegen Bictor 
Hugo, den Vater jener großen literarischen Revolution, 
sind die Keulenschläge seiner Kritik gerichtet, die  wenn 
sie auch in Beziehung auf die unwahren Uebertreibungen 
des dichtenden Meisters sowohl als des preisenden Publis 
kums manches Richtige enthält  sich doch mehr durch 
einseitige Plumpheit, als durch ästhetisches Verständnis 
auszeichnet. Denn Zolas Unwissenheit ist so groß wie 
seine Belesenheit und womöglich noch größer als seine 
Einbildnng. Jst doch der Naturalismus so alt wie die 
Kunst; Und gerade Victor Hugo, der bekanntlich schon 
vor fünfzig Jahren die Berechtigung des Häßlichen in der 
Poesie verteidigt und in seinem Quasimodo in Szene 
gesetzt hat, ist der Ausgangspunkt des heutigen Realismus,
        

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