Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3384397
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Hiftorischc 
Skizzcn. 
früher ohne Erben gestorben. Der ältere Bruder Ludwig, 
der Kaiser, hatte in Italien zu thun, 11nd so blieben nun 
die beiden Oheime, Ludwig der Deutsche und Karl der 
Kohle, als Erben. Der letztere säumte auch keinen Augen: 
blick, sich in den Befik; von Lotharingen zu sehen, in der 
Hoffnung, daß fein Bruder Ludwig zu sehr mit den 
Slaven beschäftigt sei. um sich des verwaisten Landes 
annehmen zu können. Aber die Slaven waren glücklicher: 
weise bereits zur Ruhe gebracht; Ludwig war nicht ge: 
sonnen, diese Gelegenheit, ein ganzes Deutschland herzu: 
stellen, voriibergehen zu lassen, und seine Einsprache hatte 
die Znsammenkunft in Mersen zur Folge, 870, bei 
welcher Lotharingen geteilt wurde. Lud1vig erhielt nun 
die linke Rheinseite und die Städte MeZ, Aachen und 
Utrecht. Das Uebrige, namentlich Burgund, Toul und 
Verdun, fiel an Frankreich. Ludwig war übrigens so 
ehrlikh, seinen Teil seinem Neffen Ludwig zur Venütz,ung 
zu überlassen, bis auch dieser im Jahr 875 gkinderlos 
starb, womit Lothars Geschlecht erloschen war. Aber 
kaum schien eine Vereinigung der deutschen Länder er: 
rungen, so drohte ihr neue Gefahr. Lndwigs jüngere 
Söhne empörten sich wieder, und der Vater, u1n sie zu 
beruhigen, setzte auf dem Reichstage zu Forchheim, 872, 
den Anteil eines jeden fest. So sollte also Deutschland 
wieder zerrissen werden, als Ludwig, einundfiebenzig Jahre 
alt, den 28. August 876 zu Frankfurt starb. Er wurde im 
Kloster Lorsch beigesetzt. Seine Gemahlin war ein Jahr 
früher gestorben und in Regensburg begraben worden.
        

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