Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3383694
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Historische 
Skizzen. 
und das Erbrecht auf das Vermögen kinderloser Frei: 
gelassener reichten nicht mehr zu den durch die vielen 
Kriege vern1ehrten Ausgaben. Da nun die Freien, der 
Urverfassung gemäß, zu keinen Abgaben verpflichtet waren, 
so wußte man durch jenes bekannte Recht der Gewalt 
die Einko1nmensquellen zu vermehren. Zuerst wurden die 
Gemeinden gezwungen, die Hofhaltnng,.wenn sie in ihre 
Nähe kam, zu verpflegen; dann dehnte man diese Last 
auch auf Verpflegung des Heeres ans, wozu man oft 
zwei Dritteile der Ernte wegnahm. So entstanden die 
Lieferungen von Naturalien. Die königlichen Beamten 
mus3ten auf ihren Geschäftsreisen gleichfalls von den 
Freien verköstigt werden, nnd das jährliche freiwillige 
Ehrengeschenk, das dem König auf dem Maifeldc dar: 
gebracht zu werden pflegte, wurde gleichfalls in eine 
Schuldigkeit verwandelt, womit wir die Einführung der 
Steuern haben. Je mehr diese Einrichtungen die un: 
umschränkte königliche Macht befestigten, desto mehr mußten 
sie die Selbständigkeit des Volkes untergraben, und um 
den gedrückten Stand der Freien vollends zu unterjochen, 
suchte Karl sogar die Oeffentlichkeit des Gerichtsverfahrens 
nnd das Recht des Waffentragens zu beschränken und zu 
beseitigen. 
Wenn wir übrigens gesehen haben, wie sehr das 
Aufblühen der 1nonarchischen Gewalt die Selbständigkeit 
und Entwieklung des Volkes beeinträchtigte, so miisseu 
wir auf der andern Seite einräumen, das; der. feste, ein: 
heitliche Wille, der an der Spitze des Ganzen stand,
        

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