Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3383264
Die Karolinger. 
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altangestammten Fürsten der Franken, deren Ursprung 
niemand erforfchte, deren Recht kein Mensch anzweifelte. 
Sie bestiegen den Thron mit der Unabänderlichkeit eines 
Naturgesetg,es. ,,Wie die Sonne am Himmel stehtH  
sagt ein alter Schriftsteller  ,,so hatte dieses Geschlecht 
im königlichen Glanz mitten unter den Franken gestanden 
und keiner hatte ihre Stellung beneidet nnd keiner ihrer 
begehrt.lt Die Macht war ihnen allmälich entschlüpft, 
aber das Recht, das auf dem geheimnisvollen Boden der 
Ueberlieferung ruhte, bestand nach wie vor und hatte 
drei Generationen lang das aufstrebende Herrschergefchlecht 
gehindert, der Schattenkönige vollständig Herr zu werden. 
Allerdings verdankten die Karolinger die Krone ihren 
Thaten nnd Werken, aber eben deshalb erschien ihre 
Würde weniger unantastbar; sie hatte man die Stufen 
zum Thron emporklimmen sehen und viele fränkifrhe Ges 
schlechter, die nun vor ihnen sich beugen sollten, waren 
vormals ihresgleichen gewesen. 
Freilich hatte der jungen Dynastie die Kirche mit 
ihrer Autorität unter die Arme gegriffen; aber die halb: 
wilden Franken waren troH einer zweihundertjährigen 
Bekehrung mehr abergläubisch als fromm; und für die 
heidnischen Stämme war der christliche Segen nur ein 
weiterer Weigerungsgrund. Es lag daher im wohlverstan: 
denen Interesse der königlichen Emporkömmlinge, den Eins 
fluß der Kirche und damit die ideale Grundlage ihres 
MachtbesiZes nach Kräften zu stärken und auszubreiten. 
Dies geschah denn auch, und es währte nicht lange, so
        

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