Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3383107
Unter den 
MeronJingern. 
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Betrug genannt. Man sieht, daß die Jesuiten nicht erst 
von Loyola datircn, sondern der katholischen Kirche in 
Fleisch und Blut stecken. 
Die Bischöfe hatten nicht schlecht spekulirt, als sie 
sich mit den Franken verbanden, um auf deren Herr: 
schaft ihre eigene zu gründen; die Franken entsprachen 
vollständig dem ihnen geschenkten Zutrauen. Sie waren 
zwar Räuber und Mörder, aber sie teilten ihren Raub 
mit der Kirche und bereicherten die Abteien mit dem 
Blutpreis ihrer Mordthaten; sie waren Heiden und Wilde, 
aber ihr Heidentum war die breiteste Grundlage für 
jenen christlichen Aberglauben, welcher der Kirche reich: 
liche Ausbeute versprach; sie mißachteten alle Sitte, aber 
sie achteten die Gerechtsame des Priesters, weil sie ihn 
fürchteten, wie der Wilde den Zauberer fürchtet, den er 
mit übernatürlicher Gewalt ausgestattet glaubt. Die 
Priester teilten natürlich den Aberglauben ihrer Zeit, 
aber sie beuteten ihn aus und hüteten sich, die barbarische 
Roheit desselben durch Verbreitung human:christlicher 
Lehren zu mildern, die ihrer Hab: und Herrschsucht weniger 
günstig waren. Jst es ein Wunder, daß unter den 
Gnadenstrahlen einer solchen Religion und unter dem 
Regiment einer solchen Vorsehung Kultur und Literatur 
verschwinden und die Schulen leer stehen2 Der Bischof 
Ab itus sagt im sechsten Jahrhundert, er gebe die Poesie 
auf, da bald niemand mehr lebe, der im stand sei, sie 
zu lesen; und Gregor von Tours, der ungefähr sechzig 
Jahre nach Avitus schrieb, beweist durch sein Beispiel
        

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