Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3383087
Unter 
den 
Merowingern. 
291 
in den Augen der Priester. Er verfolgte die Habsucht, 
den Luxus und das wollüstige Weltleben der Bischöfe 
mit Spott und Tadel und suchte den Ueberflusz der 
Kirche eher zu mindern als zu mehren. 1nde ira. 
Wenn dieser Mangel sittlichen Gefühls den Zustand 
der Geistlichkeit schon hinlänglich kennzeichnet, so trugen 
die Priester durch ihre Handlungen nicht weniger als 
durch ihre Lehren zur allgemeinen Verderbnis bei. Aus 
Knechten der Lasterhaften wurden sie schnell zu Knechten 
des Lasters, und diese ,,alten, ehrwürdigen KirchenväterH 
nehmen eine ganz kuriose Gestalt an, wenn man sie in 
der Nähe betrachtet. Die Geschichte Gregors ist voll von 
den Verbrechen des Klerus. Der Bischöfe, die durch 
Völlerei den Verstand verlieren, ist große Zahl. Die 
geistlichen Würdenträger vergehen sich gegen die weltliche 
Obrigkeit wie gegen ihre Pfarrkinder und kennen nicht 
einmal das Sprichwort, daß keine Krähe der andern die 
Augen aushackt. Es ist nicht selten, daß einer den an: 
dern steinigen oder zu Tode martern läßt, um sein Nach: 
folger zu werden. So verabredete zum Beispiel Mes 
lantiu s mit Fredegunde die Ermordung jenes Prätextat 
und erhielt zum Lohne dessen Stelle. Den Cautinus, 
der das Bistum Clermont auf unrechtmäßige Weise er: 
worben hatte, geliistete nach dem Felde eines Priesters, 
Namens Anastasius. Da sich dieser nicht Willfährig 
zeigte, ließ ihn der Bischof ins Gefängnis werfen und 
durch Hunger quälen. Doch Anastasius blieb unerschüt: 
terlich, weil ihm das Feld zur Erhaltung seiner Frau
        

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