Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3383070
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Skizzen. 
Historische 
Bischof zu Tode. Er hatte Verbrechen genug begangen, 
um in die Hölle statt in den Himmel geschickt zu werden 
 aber ,,er hatte die Kirche mit großem Gute bedachtU. 
Ebenso wurde Klodwig, welchem die Bischöfe Herrschaft 
und Reichtum verdankten, als Großer und Heiliger vers 
ehrt. Der Mönch, der die Geschichte Dagoberts schrieb, 
nennt den feigen Mord der zehntausend Bulgaren einen 
,,bon der Weisheit eingegebene11 Entschlus3U, und selbst 
Gregor von Tours, einer der Besten seiner Zeit, hat so 
alles sittliche Urteil verloren, daß er die Greuelthaten 
Klodwigs mit einem gewissen Wohlgefallen beschreibt, als 
ob sie wohlausgeführte Ritterstiicke wären, und kein Wort 
der Mißbilligung findet. Nachdem er erzählt hat, wie 
der gewaltige Frankenkönig bei Gelegenheit des großen 
Verwandtentotschlags einen Sohn iiberredete, den eigenen 
Vater zu morden, und nachher den Sohn umbrachte, um 
dessen SchäZe und Länder zu erwerben, fährt er ganz 
gemütlich fort: ,,Jeden Tag fielen die Feinde dieses 
Königs unter feiner Hand, jeden Tag vermehrte er feine 
Macht, weil er geraden Herzens die Wege Gottes wans 
delte, dem seine Handlungen angenehm waren.H Nur 
den König Hilperich nennt er den Nero und Herodes 
seiner Zeit; nicht allein weil derselbe feine Steueroffiziere 
mit der Anempfehlung auszusenden Pflege: ,,So einer 
meinen Anordnungen nicht nachkommt, reif; ihm die 
Augen ausH, sondern weil er, wenn auch abergläubisch, 
doch weniger bigott war als seine Anverwandten. Die 
einzige gute Eigenschaft dieses Wüterichs verdammt ihn,
        

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