Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3382947
Unter 
den Mero1vingern. 
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einem Beine an den Schweif eines wilden Pferdes binden. 
Der verstiin1melte Leib der greifen Königin blieb in bluten: 
den Stücken an den Kieseln des Wegs und am Gestein 
der Schluchten hängen. Es war das Sinnbild der un: 
bezäh1nbaren Barbarei, sagt Henri Martin, welche die 
alte Zivilisation vollends in Stücke reißt. 
Der christliche Charakter der merowingischen Zeit 
erhellt genugsam aus den gegebenen Proben. Wie die 
Fürsten, waren auch die Vasallen, welche dem Vorbilde 
ihrer Herren nachstrebten. Herzog Rauching zum Bei: 
spiel zwang die Diener, welche seine Orgien beleuchten 
mußten, die Fackeln zwischen ihren nackten Beinen aus: 
.zulöschen und dies so lange zu wiederholen, als das 
Fleisch nicht bis zum Knochen verbrannt war. Wenn sie 
schrieen, erstach er sie, und ihre stummen Schmerzensthränen 
waren ihm das angenehmste Schauspiel. 
Was Brunhilde ihr ganzes Leben lang angestrebt 
hatte, die Einheit des fränkischen Reichs, war nun ver: 
1virklicht, aber zu Gunsten ihrer Todseinde. Klotar der 
Zweite war wieder König aller Franken wie Klotar der 
Erste. Aber die Macht der Vasallen hatte durch diese 
Kämpfe, die mit Ausrottung eines ganzen Königssta1nms 
endigten, nur zugenommen, und das fränkische Königtum 
ging seinem Untergang entgegen. Klotar starb 628, und 
sein SohnsDagobert war der legte Merowinger, der 
selbst regierte. Er hielt Hof in Paris mit orientalisclJem 
Luxus, und im Munde des Volkes heißt er noch heute 
le b0n roi Dagobert, weil er beim Beginn seiner
        

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