Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Literarische und historische Skizzen
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3379847
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3382631
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Skizzen. 
HTftotkskhe 
Menschenfamilie, wie die kleine Familie freier Jndivis 
duen die Grundlage der Nation ist. 
Kehren wir nach Gallien zurück. Nachdem 410 
Alarich Rom genommen hatte, fiel die Bretagne von den 
Römern ab, und die Burgunden und Goten gründeten 
im Südosten Galliens zwei neue Reiche; und als der 
letzte weströmische Kaiser, Romulus Augnstulus, 
475 vom Heruler Odoaker verjagt war, stürzte das 
abendländische Reich zusammen, und das herrenlose Gallien 
schaute um sich, wer sich seiner bemächtigen werde. Es 
glich nun einem jener Schlachtopser, das eine Schlange für 
ihre Mahlzeit zubereitet hat, die Knochen zerbrechend und 
die Muskeln knetend, bis das Ganze ein unförmiger 
schlüpfriger Klumpen geworden, eine wohlzugerichtete 
Beute, die des Verschlingens harrt. 
Von den drei germanischen Stän11nen, die bereits 
einen Teil Galliens inne hatten, den Franken, Burg 
gunden und Goten, waren die letzteren beim Sturze 
des Kaisertums die mächtigsten und kultivirtesten. Sie 
waren zum Christentum bekehrt, und ihr begabter König 
Eurich hatte seinem Volk ein geschriebenes GeseHbuch 
gegeben. Jhnen schien das römische Erbe in Gallien 
naturgemäß zuzufallen. Die schwächeren Burgunden, 
welch ihr Reich mehr der Gunst der Umstände als eigener 
Thatkraft verdankten, zeigten sich einer solchen Anstrengung 
nicht fähig; und die Franken waren Berserker, welche 
noch keine Kultur beleckt hatte, und denen man allzu 
viel Nachsicht erweist, wenn man sie, im Anbetracht der
        

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