Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Freie Studien
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3376344
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3377468
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Studien. 
Freie 
mindeste übrig bleibt. Jhr bewahrt daher immer einen 
gewissen religiösen Instinkt, den ihr weder zu erklären, 
noch zu rechtfertigen, noch zu gebrauchen wis;t, und der 
gerade hinreicht, um alle eure Begriffe zu verwirren. 
Eure Empfindung ist weder stark genug, um zu glauben, 
noch euer Gedanke klar genug, um zu urteilen; ihr 
seid nichts als Hnlbmänner, weibische Seelen, geistlich: 
weltliche A1nphibien, zu nichts nüZe als zum Dünger 
einer neuen Generation. Wie sollte denn im Staate 
die Kirche nicht der Zivilisation in den Haaren liegen, 
da in eurem Herzen der religiöse Instinkt mit dem freien 
Willen hadert2 Jener Kampf ist nur die Folge von 
diesem. Aber in eurem blinden Auskliirungsdünkel ver: 
folgt ihr die Geistlichkeit unter jeder Bedingung und ver: 
teidigt die Religion um jeden Preis; statt duldsam zu sein 
gegen den Priester, dessen Existenz nur die Frucht eurer 
Bornirtheit ist, und die unverniinftigen und umnenschlichen 
Grundsä2,e der Religion anzugreifen, davon alles Uebel 
herkommt. Es versteht sich, daß hier zwischen Katholi: 
zismus und Protestantismus nicht der geringste prinzipielle 
Unterschied besteht. Die kulturhistorische That der Refor: 
mation in Ehrenl aber indem der ProtestantisInus nicht 
nur die freie Forschung negirte, sondern sogar die Aus: 
legung der,Bibel mit Hilfe seiner symbolischen Bücher ein 
für allemal festnagelte, sank er in die Erstarrung des 
blinden Glaubens zurück und ist nichts mehr als eine 
zweite, sogenannte dnrchgesehene Auflage des Katholis 
zismus, welche eine pfäfsische Scheinkonstitution an
        

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