Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Freie Studien
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3376344
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3377305
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Studien. 
Freie 
das richtige Jdeal verlangt, treiben sie vielmehr den Be: 
griff auf die Oberfläche des Bildes, um seine Ablösung 
zu erleichtern. Durch diesen instinktiven Prozeß innerer 
Notwendigkeit bewirken sie all1nälich die Trennung, die, 
wie wir gesehen haben, für die Kunst selber wie fiir den 
Geist überhaupt eine absolute Lebensbedingung ist. Denn 
erst wenn der Mensch denken gelernt hat, kann der Künstler 
das Bild beherrschen. Je freier aber der Gedanke ist, 
desto vollständiger wird er die Empfindung durchdringen, 
desto selbstbewußter das Jdeal zu einem wahren Bilde 
der Idee erweitern. 
XIl. 
Nichts ist 1nerkwürdiger als das intellektuelle Vers 
fahren der ursprünglichen Völker. Sie begreifen mit Hilfe 
des Bilds, sie verbildlichen mit Hilfe des Begriffs, sie 
machen ans dem Abstraktum ein Jdeal, aus dem Jdeal 
ein Symbol, aus dem Symbol einen Kultus, aus dem 
Kultus eine Gottheit, oder auch umgekehrt  das alles 
läuft durcheinander in dem Bewußtsein des Jndividuu1ns 
wie in der Organisation der Gesellschaft. Sie merken 
wohl einen Unterschied zwischen der sinnlithen und der 
geistigen Wahrnehmung, aber sie verwechseln beide ohne 
Unterlaß. Wie ihre Gedanken vom Bilde getrübt werden, 
so werden ihre Bilder vom Gedanken entstellt. Deshalb
        

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