Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Freie Studien
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3376344
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3377129
ZU 
Freie 
Studien. 
dem Bilde ablöst. Wir haben gesehen, wie das Bild im 
Bewußtsein sich läutert, sich verdichtet und in ein natiir:s 
liches Sinnbild sich umwandelt, welches die wesentlichen 
Merkmale des abgespiegelten Gegenstandes zu einem 
Gesamteindruck zusan1n1ensaßt. Diesen Prozeß dehnt nun 
aber das Gedächtnis vom einzelnen Gegenstand auf die 
ganze Gruppe aus, indem es die vielen nur schwach 
unterschiedenen Bilder ähnlicher Erscheinungen zu einem 
Kollektivbilde sammelt und von der Arten: bis zur 
Gattungsreihe aufsteigt. Ein solches Kollektivbild ist schon 
ziemlich abstrakter Natur und ein wahrer Begrisfskeim. 
Der Gedanke braucht diese Bewegung nur fortzusetzen und 
das Vildzeichen in ein einfaches Merkzeichen zu ver: 
wandeln, um beim Begriffe anzukommen. Das Bewußt:E 
fein seht nun die Lirhttvirkung in Schallwirkung, die 
Bildsprache in Klangsprache um und gelangt so vom 
sinnlichen Zeichen zum geistigen oder zum Wort. Jn der 
Folge vergißt die Sprache den ersten Ursprung des Wortes, 
das Tonzeichen bedeutet jeZt nicht mehr den konkreten 
Gegenstand, welcher das Bildzeichen erzeugte, sondern den 
abstrakten Begriff, der sich davon ablöste. 
Das Wort ist also im Grunde nichts als ein ge: 
sprochenes Bild; aber durch diese Uebersetzung wandert 
das Ideal vom Raum in die Zeit aus, verwandelt seine 
Ausdehnung in Bewegung, seine Quantität in Qualität 
und wird Idee. Denn, wohlgemerkt, wie wir keinen 
Gegenstand ansehen können, ohne ein Jdeal hervorzu: 
bringen, so können wir kein.Wort sprechen, ohne eine
        

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