Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Freie Studien
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3376344
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3378899
und 
Kunst 
Ockonomie. 
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Industrien um dass doppelte übersteigt. Vom ökonos 
mischen Standpunkt ist somit die Kunst diejenige Industrie, 
welche am meisten einbringt, und folglich zur Vermehrung 
des öffentlichen Reichtums die geeignetste ist. Dieser Vor: 
zug sollte hinreichend scheinen, um ihr einige Ehrerbietung 
von seiten der Oekonomisten einzutragen. 
Das ist aber nicht alles: die Kunst produzirt übers 
dies einen bleibenden Wert, gewissermaßen ein Grundstiick, 
das mit der allgemeinen Bildung von Jahr zu Jahr 
zunimmt und seinen ursprünglichen Preis verdoppelt und 
verdreisacht, während der von der Industrie erzeugte Wert 
von Tag zu Tag abnimmt, um zuletzt gänzlich zu ver: 
schwinden. Man wird vielleicht sagen, die Wertznnahme 
des Kunstwerks stelle nur den angesammelten Zins des 
zu seiner Erwerbung verwendeten Kapitals vor. Aber 
diese Behauptung wäre unrichtig; denn das artistische 
Produkt zahlt die Jnteressen seines Kapitals durch die 
Dienste, die es leistet, so gut, wie das industrielle Produkt. 
Nur legt. leYteres das Kapital mit Verlust des Grund: 
stoiks an, während das Kunstwerk das Kapital bewahrt. 
Uebrigens läßt sich die moralische Rente, welche das 
Kunstwerk dem Beschauer bezahlt, vermittelst einer Aus: 
stellung in klingende Münze verwandeln. Aber die Ein: 
kiinfte, die es gewährt, sind hie1nit nicht erschöpft, denn 
es trägt vermittelst der Nachbildung mehr als Wucher: 
zinsen. Die Kunst ist also durchaus nicht im Rückstand 
dem Gläubiger Staat gegenüber: im Gegenteils Und 
die Oekonomisten, wenn sie nachrechnen wollten, würden
        

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