Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bild und Bauwerke
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3370821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3371789
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Plaftische Bildwerke. 
was man im französischen Werkstattstil ,,un navets, das 
heißt eine Rübe, nennt. Auch ist hier die Bedeutungss 
losigkeit des Kopfes antiker als die Antike und geradezu 
störend. Bei dem hohen Kunstverständnis der Alten sich 
Rats erholen, ist ganz vortrefflich; aber ihr Räuspern 
und Spucken kann man ihnen lassen. Der erste Mensch 
mag sich freilich mehr durch Kraft als durch Verstand 
ausgezeichnet haben; aber die Natur selber hat uns ins 
zwischen groß: und dickköpfiger, sozusagen hirnköpfiger 
gemacht; und die Kunst muß im Typus des Menschen 
weniger zeigen, woher er kommt, als wohin er geht. 
Von Begas waren eine lebensgroße Gruppe in 
Marmor, ,,Merkur und Psychett, eine zweite in Bronze, 
,,Der Raub der Sabinerintt, und eine kleine Bronzegruppe, 
,,Venus und Amortt, sowie zwei Marmorbüsten, ,,Frau 
Hopfentt und der ,,Maler Menzeltt, ausgestellt. Die beste 
dieser Arbeiten ist die leZtgenannte Büste, gleich meisterhaft 
durch charakteristische Lebendigkeit und tüchtige Zeic;nung, 
wie durch naturwahre Ausführung. Doch ist der schmale, 
das Gesicht umrahmende Bart etwas roh behandelt, wahr: 
scheinlich umsdem Fleische mehr Feinheit zu geben, was 
aber nur als störende Ungleichartigkeit sich geltend macht. 
Dafür ist der Naturalismus der Kleidung zu weit ge: 
trieben, so daß diese die Wirkung des Kopfes beeinträch: 
tigt, welcher durch eine kühlere, nebensächlichere Behands 
lung des Beiwerks nur hätte gewinnen können. Daß 
die Büste mit einem glatt auf dem Sockel sihenden Quer: 
schnitt aufhört, als ob man die Figur am Nabel durch:
        

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