Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bild und Bauwerke
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3370821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3371768
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Bildwcrke. 
Pcas1isci;2 
von der idealen Durchbildung jener französischen geschaffen, 
und die ModelIirung des zweiten war ohnehin nicht durch: 
geführt genug, um einen Vergleich auszuhalten. Rauchs 
berühmte und auch schöne Viktorien zeigen freilich nicht 
die robuste Formlosigkeit S eh w a n th a l e r scher Bildhauerei, 
sind aber doch von zu allgemeiner Formgebung; und das: 
selbe gilt. in Beziehung auf ideale Nacktheit von der deut: 
schen Skulptur überhaupt. Nicht zu leugnen dagegen ist, 
daß sich diese im, Fortschritt befindet, und der Allgen1ein: 
heit jenes Vortvurfs stehen allbereits einige Einfchrän: 
ikungen bevor. 
Auf der Weltausstellung von 1878 nämlich ist die 
deutsche Bildhauerei mit anderthalb Duhend Figuren und 
Büsten erschienen. Trog dieser Zahl, zu gering, umseine 
ordentliche Vertretung vorzustellen, darf man kecklich jagen, 
daß sie, was kiinstlerifchen Wert betrifft, nach der fran: 
zösischen die erste Stelle einnahm. Auch fanden sich 
wenigstens die verschiedenen Richtungen vertreten, und 
zwar die antike durch Hildebran,d in Florenz, die 
malerisch:naturalistische durch Begas in Berlin, und die 
plastifchs1noderne durch Wa g1niiller in München  drei 
echte Künstler von angeborenem plastischem Temperament. 
Hildebrand besitzt die schlichte Reinheit der antiken 
Naturempsindung im höchsten Grade. Sein ,,Schlafender 
SchäferIt, eine sitzend zurückliegende JünglingE,3figur in 
Marmor, ist ganz durchdrungen von jener objektiven 
Anspruchslosigkeit, welche den Schöpfer verschwinden 
läßt hinter dem Werke. Da ist nirgends ein Bestreben,
        

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