Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bild und Bauwerke
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3370821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3375367
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Bauwerke. 
eine Konkurrenz zwischen Peripherie nnd Zentrum. wo: 
bei der eine Teil immer, gewöhnlich aber beide an Würde 
sund Wirkung einbüßen. Allerdings sind hier die Di: 
n1ensionen so ungewöhnliche, das; dieser Mis3stand einen 
Teil seinersKraft verliert. Dafür liegt hier die un: 
angenehn1ste dieser Art von Anordnungen vor: ein lau: 
vexer Bauch in einer konkaven Rundung. Denn wenn 
bei gerader Konstruktion das Auge den Lauf: und Schnitt: 
punkt der Linien einfach durch optische Verlängerung 
findet, auch wo es ihn nicht sieht, so läßt die Willkür 
der Bogensormen den Zusammenhang der Linien im Un: 
bestimmten. Gerade bei einer krum1nlinigen Anlage ist 
ein Mittelstück mit Ecken und Ebenen als kräftiger Gegen: 
sah, welcher der Anordnung Klarheit nnd Besti1nn1theit 
gibt, fast ein Bedürfnis. Ueberdies tritt hier  infolge 
einer jener Mas3stabirrungen  der Mittelbau so gewaltig 
vor, daß er die Seitengalerien erdrückt, die aus der Ent: 
fernung der Uebersichtlichkeit kleinlich und nebensächlich 
erscheinen. Ebenso gehen die beiden Endpavillons neben 
der mittleren Masse bedenklich zusammen, und die kleinen 
Zwischenpavillons sehen vollends aus wie Schilderhäuschen. 
Die mißlichste Folge der oben berührten rückfeitlichen 
Anlage ist die Unsichtbarkeit der Turmfüße, die zwischen 
dem Saal und seinen Anbauten verschwinden. Die allzu 
dünnen Türme wachsen nun, gleichsam ohne.Basis, aus 
dem Bauch der Rotunde hinter dem Giirtelportikus empor 
wie zwei große Kamme; das; sie unter diesen Umständen 
die Klarheit der 1lebergangslinien, zwischen Flügel: und
        

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