Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bild und Bauwerke
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3370821
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3372215
SkUlptur. 
Ftanzöfische 
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welche vor allem nach Naturwahrheit trachtet und in dem 
Glauben, das übrige werde ihr von selbst zufallen, Stil 
und Schönheit darangibt. Diese Glieder sind so fleischig, 
daß sie nicht einmal mehr ordentliche Knochen haben. 
Schöner ohne allen Zweifel ist ,,Die JugendU von 
Lefeuvre, eine noch kindliche, mit emporgehobenen 
Armen an einem Baumstamm lehnende weibliche Figur in 
Marmor, welche, gleichsam im Wachstum sich dehnend, in 
die vor ihr liegende Unendlichkeit mit dem Ausdruck des 
Unbewußten hinausträumt. Eine breite, weiche, angenehme 
Natur gibt sich hier in wahren und schönen Formen kund, 
wenn sich auch jene schleierige, der letzten Durchbildung 
ermangelnde Verschwommenheit, welche der jüngsten fran: 
zösischen Skulptur verderblich zu werden droht, bereits 
etwas darüber gelegt hat. 
 Unter den Schöpsungen eines ausgesprocheneren 
Realismus tritt Carlier und sein ,,Gilliatttt, der Mann 
mit dem Polypen, aus Viktor Hugos ,,Arbeiter des 
MeersH, hervor: eine Bronzefigur, welche, auf dem rechten 
Bein stehend und die entsprechende Körperseite wegbiegend, 
den linken Fuß auf einen Felsen stemmt und, während 
der linke Arm in der Gewalt des Untiers ist, mit der 
1nesserbewasfneten Rechten zum Kampfe sich anschickt. Als 
Machwerk ist diese Figur eine Leistung ersten Rangs. 
Der wunderschöne, trefflich gezeichnete Körper ist mit 
einem merkwürdigen Gefühl für die plastische Form ganz 
n1eisterhaft modellirt. Aber die Bewegung, obwohl ebenso 
wahr als kühn, verläßt in ihrer wilden Zufälligkeit die 
Pfan, Kunst und Kritik. 1l.  7
        

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