Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3365844
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Belgif1he 
Malerei. 
banalsten Ansangsgriinde: er scheint nicht zu wissen, daß 
in der Kunst die Leidenschaft nie die Grenzen der Schön: 
heit überschreiten darf, da sie, sobald sie zur Hiis3lichkeit 
wird, notwendig jede ästhetische Wirkung verliert. So 
kehrt sich denn auch der Beschattet, weit entfernt von 
diesem miitterlichen Schnierze gerührt zu sein, vielmehr 
mit Widerwillen ab. Eine solche Darstellung ist nicht 
nur häßlich, sondern möglichst falsch: der Künstler macht 
hier ein Seelenleid zu einer Körperqual, denn ein Schmerz, 
welcher Gri1nassen schneidet, geht sur den Zuschauer 
immer von den Sinnen und nie vom Herzen aus. 
,,Der Selbstmordt gehört gleichfalls zu des Kunst: 
lers extraoaganten Kompositionen. Das Bild stellt einen 
Mann vor, der sich erschies3t und zwischen seinem guten 
und bösen Engel zusannnenstiirzt. Letzterer, eine von 
Wierh7 gelungenen Satansgestalten, hält für den Fall 
des Miszgliickens sinnreicherweise eine zweite Pistole in 
Bereitschast, während der gute Engel mit einem tiefen 
Ausdruck des Flehens nnd des Mitleids seine gesalteten 
Hände bittend erhebt. Die Komposition zugegeben, ist 
die Ausführung äusserst wirksam nnd namentlich bemerkeuss 
wert durch eine mächtige Farbenstinnnung, welche dem 
traurigen Charakter des Gegenstands vollkommen gerecht 
wird. Vortresflieh von Kolorit und Modellirung ist auch 
die zum Blocksberg sich bereitende ,,HexeH, eine nackte, 
von hinten gesehene weibliche Figur aus einem Besen. 
Außer seinen Oelgemälden hat Wiery eine Reihe 
von kleinen und großen Bildern nach einem von ihm
        

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