Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3365838
Tradition. 
Jtalieuis6hc 
Wirth. 
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hat eine Lücke; er weiß zu serfinden, aber nicht zu 
schaffen, denn er ist zu keiner ihm eigenen Form durch: 
gedrungen. 
Das dunkle Bewuf;tsein dieses Mangels treibt Wien; 
zu innner ausschweisenderen Gebilden. Statt einen seinem 
Gefühl gemäßen Stil zu suchen, will er zeigen, das; er 
alles kann. Heut entwirft er eine Komposition, deren 
strenge Linien an die Manier Rafaels erinnern; morgen 
versucht er sich in Realis1nus und treibt die Naturwahrheit 
bis zur Augentäuschung. Ju einigen seiner Bilder ah1nt 
er Rubens mit erstaunlicher Geschicklichkeit nach; aber das 
Verdienst des Künstlers besteht nicht in solchen Kunst: 
stinken. Trog; einer lebhaften und geschiiftigen Intelligenz 
wußte Wiens seine künstlerische Erziehung nicht zu voll: 
enden und sein ästhetischer Geschmack ist nicht frei von bei 
deutlichen Verirrungeu. So passirt es ihm nur allzu 
häufig, das; er nach großer Anstrengung beim Gegenteil 
seiner Absicht anlangt. Indem er mehr geben will, als 
die Kunst vermag, treibt er den Ausdruck auf die Spitze, 
fällt in eine Uebertreibung, welche die Forderungen des 
guten Geschmacks vergißt, und bringt so, statt der mag 
ralischen und intellektuellen Wirkung, die er sticht, nur 
einen physischen und materiellen Eindruck hervor. ,,Das 
verbrannte KindU gehört in diese Kategorie verfehlter 
Kraststücke. Eine Mutter reißt ihr vom Feuer erfaßtes 
Kind aus der brennenden Wiege und bricht dabei in 
einen Schrei des EntseZens aus, der ihre Züge aufs 
abscheulichste verzerrt. X Wiertz, verstößt hier gegen die 
Pfau, Kunst und Kritik. I.  4
        

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