Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3368174
Kolorismus. 
Bonnat. 
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halbgetvachsenen Schwesterchen in spielender Zärtlichkeit 
sich abgibt. Beide Bilder sind bezaubernd, voll Anmut 
und Frische, voll Leben und Wahrheit. Dabei zeigt die 
malerische Behandlung ebensoviel Talent als Geschicklichkeit; 
einfach, breit, pastos, ungemein farbig bei der tiefsten 
Harmonie der Stimmung, erinnert dieselbe durch die 
Leuchtkraft und Energie der Modellirung an die täuschende 
Körperlichkeit des Stereoskops. Nicht minder gelungen 
find zwei lebensgros;e Kinderfiguren, ,,Pasqua Mariall, 
ein liegendes, schelmisch lächelndes Mädchen, und ,,Mezzo 
Bajocco Eccellcnzatt, ein stehender bettelnder Knabe 
 beide durch Ausdruck und Malerei gleich vortrefflich. 
Jn der leZteren Zeit hat sich Bonnat auch als 
Porträtist einen bedeutenden Namen gemacht. Seine 
Bildnisse zeichnen sich durch eine große Unmittelbarkeit 
der Auffassung und infolge dessen durch den Vorteil aus, 
das; man über der Person das Konterfei vergißt. Neben 
einem höchst erfreulichen ,,ThiersU  diesem intel1igenten 
Rundkopf, halb Nachteule halb Papagei  kam aller: 
dings ein minder gelungener ,,Don Carlost mit dem 
Aussehen eines Räuberhauptn1anns zum Vorschein; doch 
dürfte diese Auffassung wenigstens für die Aehnlichkeit 
sprechen. Sein ,,Victor Hugot ging gleichfalls etwas 
mehr auf die plastifche Kraft und Lichtwirkung der äußeren 
Erscheinung als auf Hervorhebung des intimen Charakters 
aus; aber wenn der seelische Ausdruck des sinnenden 
Dichters im Pinsel blieb, so kam die hervorragende 
Fähigkeit des farbsinnigen Malers zu um so größerer
        

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