Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3367298
Kostünchiftokie. 
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sicherer ist ihre Niederlage, denn an die höchste Kunstform 
stellt 1nan auch die höchste Anforderung. Als dieser 
Uebelstand allmälich fühlbar wurde, auch der Parnaß mehr 
oder weniger abgegrast war, und zudem der Einfluß des 
wachsenden Realismus immer mehr Geltung gewann, sah 
sich die Kostiimhistorie Hi la recherche d7une p0siti0n 
s0cia1e nach einem andern, etwas greifbareren Stoffgebiet 
Inn und näherte sich mehr und mehr dem gefchichtlichen 
und geographischen Sitteubild, um dann schließlich der 
Archäologie und Ethnographie die Trachten und Geräte 
aller Zeiten und Völker abzuborgen. 
Denn, genau besehen, ist es mit den historischen 
Stoffen nicht viel besser bestellt als mit den poetischen. 
Die Geschichte selber ist ein großes Epos, dessen Verse 
aus Jahren, dessen Gesänge aus Jahrhunderten bestehen. 
Dieb menschliche Entwicklung sammelt sich in einzelnen 
Vorgängen, in einzelnen Gestalten, welche von der Ge: 
schichte gerade so idealisirt werden wie die poetischen 
Figuren vom Dichter. Die Geschichte kann sich so wenig 
wie die Dichtkunst mit einer Masse unniiHen Details be: 
lasten; sie muß den Inhalt und die Bedeutung der fort: 
fchreitenden Bewegung in ihre großen Dra1nen zusammen: 
fassen, und das auf Rechnung einiger ausgeprägten 
Persönlichkeiten schreiben, was die That ganzer Genera: 
tionen und Nationen ist. Solche Gestalten sträuben sich 
so hartnijckig wie die poetischen gegen die plastische Knetung; 
und wenn ihnen die Geschichte etwas mehr Realität 
bewahrte, als diesen die Dichtkunst gab, so lud sie ihnen
        

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