Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3367274
Kostümhistoric. 
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Byrou, Hugo und allerlei Ron1ane, Dramen und Balladen 
mußten der Gestaltungslust der Maler zu Hilfe kommen. 
Delacroix  obwohl ein echtes Malertemperament, das 
hauptsächlich nach Ausdruck und Stiunn11ng trachtete  
folgte vor allen den Lockungen der romantischen Poesie. 
Sodann Delaroche, mit seinen historischen Romanen ei la 
Dun1as auf Leinwand, und vollends Art; Schesfer, mit 
seinen Faustbildern, seiner Mignon und Aehnlichem, ges 
leiteten die Malerei alIge1nach aus dem Bereiche der 
Kunst in das Gebiet der Belletristik. Die gleichzeitige 
Ausbreitung der Illustration, welche die Ereignisse so 
bequem vermittelst des Bildes erzählt, begünstigte gleich: 
falls diese ftoffliche Richtung; und seitdem gar ein gebildetes 
Publikum zu vielbeschäftigt und de11kfaul geworden ist, um 
Bücher zu lesen, tritt der Künstler geradeswegs an die 
Stelle des Schriftstellers und erfindet selber Handlung 
und Situation seines Bildes, das er womöglich zum 
fünften Akt eines Dramas zuspitzt, um die vier ersten 
sogar dem Auge zu ersparen. 
Allerdings wächst mit der Bedeutung des darzustellen: 
den Gegenstands auch die Schwierigkeit der Aufgabe, 
wie das Verdienst ihrer glücklichen Lösung. Die Dur: 
stellung einer höheren Erscheinung verdient  ceteris 
paribus  mehr Anerkennung als die einer niederern; 
dagegen hat die Aesthetik nicht das Recht der Moral, sich 
auf den guten Willen zu berufen, und in Kunstfachen ist 
der geringste Erfolg immer mehr wert als die vortreff: 
lichste Absicht. Wenn es einem Künstler gelingt, eine 
Psau, Kunst und Kritik. l. 13
        

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