Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3367245
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Fra nzI3f 
ifche Malerei. 
Mehr dem historischen Genrebild widmet sich der 
Schüler Robert:Fleurys, Eh arles Comte C1815J, dessen 
,,Begegnung Heinrichs 1Il. und des Herzogs von GniseH 
ihn zuerst zur Geltung brachte. Die Handlung spielt auf 
idem Vorplatz, des Schlosses zu Blois; der frische Schnee, 
der den Boden bedeckt und sich auf die Vorspriinge der 
Architektur gelagert hat, erhellt kaum den grauen Winter: 
tag. Heinrich, das Gebetbuch in der Hand, ist soeben die 
große Freitreppe herabgestiegen, auf welcher sein Gefolge 
ihm nachkon1mt. Auf der andern Seite erscheint der Herzog 
mit seiner Begleitung. Die beiden Widersacher sind nämlich 
auf dem Weg zur Kirche, um in christlicher Versöhnlichkeit 
gen1einschaftlich das Abendmahl zu nehmen  was frei: 
lich den König nicht abhielt, den Herzog am folgenden 
Tag ermorden zu lassen. Diese gewitterschwangere Situas 
tion ist vortrefflich dargestellt. Der stutzerhaft geschniegelte 
weibische Heinrich I1l., mit dem Ausdruck feiger Hinter: 
list zu Boden blickend, schleicht scheu einher wie das böse, 
Gewissen, während der mannhafte Guise in seine be: 
griißende Geberde ebensoviel Stolz legt als Ehrerbietung. 
Nicht weniger gelungen sind die Edelleute der beiden 
feindlichen Gruppen, deren drohende Haltung und heraus: 
forderndes Mienenspiel die höfische Sitte umsonst zu vers 
bergen strebt. Einen eigentümlichen Kontrast bilden die 
farbigen Gewänder des Renaissancekostiims mit dem Winter: 
lich kalten Weißgran der Umgebung; es ist, als ob auch 
die Farbenwelt diese in fürstlichen Glanz, gehiillte, kühl 
verräterische Doppelziingigkeit zum Ausdruck bringen wollte.
        

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