Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Maler und Gemälde
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364745
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3366595
Kunst 
Die 
unter 
Kaiserteirh. 
dem 
125 
Als schlagendes Beispiel von der Gewalt und Wirt: 
sa1nkeit der Farbe sei hier ein kleines Bild von J sraels, 
einem Amsterdan1er, ,,Das stille HausH betitelt. erwähnt. 
Dieses ist von der einfachsten und an sich uubedentendsten 
Komposition, die man sich denken kann. Ein Zimmer, 
fast ohne Möbel, mit einigen gemalten Geschirren ver: 
ziert; ein altmodisches, diinnstimmiges Hackbrett von 
Klavier, an dem ein Mädchen spielt, dem Beschauer den 
Rücken kehrend; ein anderes Mädchen, das dabei sigt und 
einen blauen Strumpf stopft  das ist alles, und wäre 
auch so viel wie nichts ohne den Sonnenstrahl, der ihnen 
Gesellschaft leistet und ihre bescheidene Häuslichkeit verklärt. 
Dieser Gegenstand ist sicherlich der alltäglichste, nnd doch 
fesselt das Bild aller Augen. Das Kolorit ist nicht das 
traditionelle der niederländischen Schule, es ist vielmehr 
in der Schule der Natur nachgesehen und verbessert; es 
hat einen realistischen Anstrich. Der Sonnenstrahl er: 
scheint hier nicht als Effekthafcherei, sondern als etwas 
Selbstverständliches, das in jedes ordentliche Zimmer ge: 
hört. Hier ist nicht bloß eine Lichtwirkung nachgeah1nt, 
sondern ein Stimmungseffekt erzielt, der iiberivältigend ist. 
Die Poesie der Farbe erscheint hier in ihrer ganzen Macht 
und bringt jenes heimliche Behagen der Häuslichkeit mit 
einer Bestim1ntheit nnd Unmittelbarkeit zur Empfindung, 
die sich nur mit der Wirkung des Geruchs vergleichen läßt. 
Mochte übrigens immerhin die romantische Periode 
noch ein unverdautes Stück Plastik im Leibe tragen, so 
ist andererseits nicht zu leugnen, daß Männer n;ie Scheffer
        

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