Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aphorismen zur Lebensweisheit
Person:
Ruskin, John Feis, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3362072
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3363594
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seinem Pflichtgefühl leisten kann, und daß es in dieser 
seiner Sphäre verharre. Jnsofern der Mensch die 
geringeren oder größeren Fähigkeiten anderer in Be: 
tracht zieht, soll er seine Vorzüge gebrauchen, um 
diesen zu helfen, nicht um sich hervorzuthun, und 
sein Minderwerth soll ihn nicht grämen, sondern ihm 
ein Quell der Freude sein, edlere Werke zu bewun: 
dern. Ich kann unmöglich die tiefinnige Wonne be: 
schreiben, die ich beim Anblick der Meisterschaft Turners 
und Tintorettos zu empfinden pflegte, da mein eige: 
nen Kunstanlagen sich zu entwickeln begannen, und alle 
wahren Künstler werden zugeben, daß die persönliche 
Freude, etwas Schönes zu schaffen, weit geringer ist 
als die zu sehen, wie etwas Schönes geschaffen wird. 
Drum möchte ich in Marmor über jede Schulthüre 
und über jede Pforte einer Universität die Warnung 
einmeißeln lassen: 
,,sNichts soll entstehen aus Wettstreit und Eitelkeitss. 
Und ich würde für jede Altersstufe der Schüler eine 
Prüfungsweise feststellen, die den Durchschnitts:Ans 
lagen und. sLeistungen so entspräche, daß keiner von 
ihnen, der seinen Stunden beigewohnt hat und gegen 
seine Lehrer gehorsam war, fürchten brauchte, die Prüfung 
nicht zu bestehen; indessen die Mannigfaltigkeit dieser 
Priifungsweise dennoch natürliche Auszeichnungen in 
Bezug auf die Fortschritte in besondern Fächern und 
Geschicklichkeit in einzelnen Künsten zuließe. Außer
        

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