Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aphorismen zur Lebensweisheit
Person:
Ruskin, John Feis, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3362072
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364511
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schen, der gerne die Wuth des Spielers, die Schwels 
gereien des Vagabunden, die Balgereien des ver: 
lumpten Soldaten, die Schande des Kebsweibs sieht 
und malt; nehmen wir einen Menschen, der sich am 
Staub der Lumpen und der Gemeinheit labt: man 
spreche mit ihm über die Gesehe der Schönheit, man 
zwinge ihn, das zu zeichnen, was wir wollen, wie 
wir es wollen, und er besudelt mit seinem Wesen, 
was er anrührt. Man thut besser daran, eine Schnecke 
zu belehren, keine Schleimspuren zurückzulassen. Man 
versuche, bei einem unbedeutenden Menschen künsts 
lerische Phantasie zu wecken; man wird nichts Festes 
oder Geordnetes in seinen Gedanken, nichts Verläßs 
liches in seinem Auge, nichts in seiner Einbildungs: 
kraft vorfinden. Er vermag nicht, sich zwei Dinge 
in der richtigen Beziehung zu einander, um wieviel 
weniger sich zwanzig auf einmal oder gar ein Ganzes 
vorzustellen. Es drängt sich bei ihm alles eins nach 
dem andern zuoberst, und jedes Einzelne ist gleich 
groß. Titiau oder Veronese jedoch kombinieren so 
ruhig, als ob sie sprechen würden. Sie stellen sich die 
Sache eben so vor, sie sehen sie eben so: richtig und 
harmonisch; sie reden nicht über Komposition, vers 
stehen kaum, daß geringere Menschen die Dinge anders 
sehen, wissen jedoch, daß wenn diese sie anders sehen, 
mit ihnen nichts anzufangen ist, man mag mit ihnen 
reden wie man will. TO. R.J
        

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