Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aphorismen zur Lebensweisheit
Person:
Ruskin, John Feis, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3362072
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364417
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verdauen; und theilweise dadurch, daß sie uns uner: 
wartete Wahrheiten gab, die nur gefunden werden 
können, wenn wir langsam darnach graben; Wahr: 
heiten absichtlich zurückgehalten und gut verschlossen, 
damit wir sie dann erst erringen, wenn wir den 
Schlüssel in einer von uns selbst geheizten Essig ges 
schmiedet haben. Die großen Dichter verdecken immer: 
zu absichtlich die tiefere Bedeutung ihrer Schöpfungen. 
So sagt Pindar von sich: ,,Mancher Pfeil ist in 
meinem Köcher, der voller Weisheit für den Berstäns 
digen ist, der jedoch der Menge erklärt werden muß0. 
Und sowohl Pindar als Aeschylos, Hesiod, Homer 
und die größeren Dichter oder Lehrer aller Zeiten 
und Völker haben niemals anders als mit wohlbe: 
dachtem Rückhalt gesprochen; ja, darüber hinaus haben 
sie oftmals noch einen tieferen Sinn, den sie selber 
nicht erklären können  der erst nach dem Verlauf von 
vielen Jahrtausenden erschlossen wird  insofern das, 
was sie kiindeten auf wahrhaftiger Visionskrast beruht. 
Denn die erhabensten Dichtungen sind von denen, die 
sie verkünden, unfreiwillig und passiv gesehen worden, 
und zwar mit einer solchen klaren Bestimmtheit kund 
in gewissen Beziehungen, wenn auch nicht in allen, 
ebensowenig von der eigenen Willenskrast beherrschtJ 
wie ein uns in der Nacht gesandter, lebhafter Traum; 
und diese Glaubwürdigkeit der unabweisbaren Bißon 
und unvorhergesehenen Moral, welche die moderne
        

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