Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aphorismen zur Lebensweisheit
Person:
Ruskin, John Feis, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3362072
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3364126
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und Fehler Anderer lachen. Man sollte sie lehren H 
so weit man ihnen gestattet, sich mit den Charakteren 
ihrer Umgebung abzugeben  das Gute treuherzig 
zu suchen, nicht aber tückisch zu lauern, um sich 
über das Schlimme zu belustigen: das Unrecht sollte 
sie zu peinlich berühren, als daß sie sich darüber be: 
lustigen könnten, und sie sollten zu bescheiden sein, um 
es richten zu wollen. 
Mit diesen Jrrthü1uern hängt ein weit ernsterer 
zusammen. Mit der Einbuße schlichten Schönheitsinns 
ging in diesen modernen Märchen auch der schlichte 
Begriff von Liebe verloren. Jenes Wort, das in dem 
Herzen eines Kindes die unveränderlichste und tief: 
innerste Lebenskraft bilden sollte: das Vorbild für 
seine heiligsten Gedanken, geheimnisvoll mit lauterm 
Sonnenschein den Zweck seines Himmels verklärend 
und aus dem Thau zu seinen Füßen leuchtend; dieses 
bedeutungsvolles Wort, welches seine Lippen heilig 
halten sollten, wie den Namen, den es nicht vergeblich 
aussprechen darf, um jede Gemiithsregung zu besänf: 
tigen und zu beseelen, durch welche die in seiner kleinen 
Welt ihm Untergebenen niederen Dinge nnd schwachen 
Geschöpfe sich ihm durch Wißbegier oder im 1Imgang 
enthüllen; dieses Wort wird in den modernen Kinder: 
märchen allzuoft in die Hieroglyphe eines schlimmen 
Geheimnisses eingezwängt, wodurch der süße Jugend: 
frieden von den unzeitlichen Strahlen unbegreifbarer 
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