Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Was wir lieben und pflegen müssen
Person:
Ruskin, John Feis, Jakob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3360215
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3361049
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oder sie bei vorüberziehendem Regengus3 lichtblaß 
himmelwärts heben: wir Tannen müssen unter grol: 
lenden Wolken leben; nur wenn die Stürme mit uns 
streiten, recken wir unsere Aeste dahin oder dorthin, 
wie Menschen in einem Traum ihre Arme ausstrecken. 
Und schließlich mögen die schwachen Bäume der Ebene 
sich gar gern um den legten Lebensfunken wehren, 
nochmals, nachdem sie abgehauen sind, schwache Schößi 
linge aus den Wurzeln treiben: wir, die mit dem 
Schwerte schaffen, erliegen kühn; unser Sterben 
sei ein vollständiges und seierliches wie unsere 
Kriegszucht. 
Wie herrlich der schlanke Wuchs der Tannel Herr: 
lich2 ja, manchmal fast schreckenerregendl Andere 
Bäume, die Fels oder Höhe zieren, fügen sich der 
Gestaltung und dem Einfluß des Bodens, kleiden ihn 
mit nachgiebiger Folgsamkeit, sind zum Theil seine 
Untergebenen, seine Schmeichler, zum Theil seine 
Tröster; die Tanne aber erhebt sich selbständig 
mit frohbeherzter Kampflust. Auch vermag ich nie 
lange unter hohen Alpenklippen, weit entfernt Von 
Menschenwerk und :Wohnung, ohne Scheu zu weilen 
und zu den Tannenmassen hoch oben anfzublicken, wie 
sie auf unzugänglichen Vorsprüngen und gefahrvollen 
Klippen der gewaltigen Felswand dastehn, ruhige 
Bataillone, ein jeder Baum der Schatten des nächsten, 
schlank, standhaft, gespensterhaft wie Geisterschaaren der
        

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