Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Winckelmann's Geschichte der Kunst des Alterthums: welcher den zweyten Theil der Kunstgeschichte enthält
Person:
Winckelmann, Johann Joachim Meyer, Heinrich Schulze, Johann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3327183
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3330583
der Geschichte 
der 
des 
Kunst 
AIterthum8. 
s295 
und nicht nach ihrer allgemeinen Bedeutung und Wirkung 
im Ganzen. Wir unsers Orts denken jedothüberhaupt 
sehr günstig von diesem Werk und haben bei; einem wie: 
verhalten aufmerksamen Beschauen niemals auffal1end 
verna.hlässigte, die Harmonie des Ganzen störende Theile 
entdecken können. Erscheinen auch die Beine um das .Ge: 
lenk der Fuße zu ausgebildet und zu wenig jugendlich, so 
rührt dies daher, daß die Figur gerade dort gebrochen und 
vielleicht retouschirt ist, wie der ungleiche Contour an die: 
ser Stelle vermuthen läßt. , 
Beym Urtheil über dieses Werk muß man erwägen, 
daß es höchst wahrscheinlich unter Aleranders Nach: 
folgern verfertigt ist, also in den spätern Zeiten der grie: 
chischen Kunst, wo die Künstler mehr die allgemeine ges 
fälIige Wirkung als die bes1immte Gestalt und vollkomme: 
ne Ausführung jedes einzelnen Theils zu erzielen ansin: 
gen. Deshalb ist die Idee des Kopfs an dieser Figur 
zwar sehr schön, ja erhaben im Allgemeinen; allein man 
darf hier nicht wie etwa lieh der Niobe und ihren zwei; 
schönsten Töchtern die Zeichnung der Formen bis ins De: 
tail stets genauverfolgen wollen. Es war weder des Kunst: 
lers Absicht, uns über alles Einzelne genaue Rechenschaft. ab: 
zulegen, noch vertrug sich jene strenge und pünktliche Behands 
lang mit der fließenden Weithlichkeit dieses spätern Styls. 
Beachtet man solches, so wird jeder Kunstoerstandige, bei; 
jeder neuen 2lnsuht.des 2lpollino neue Schönheiten an ihm 
gewahrenJ Der Fluß und das sanfte Wellen der Umrisse ist 
bewundernswürdig, die Haupt: oder Mittellinie. der Figur 
kann unmöglich mehr Schwung und Eleganz, mehr 
Edles und Reizendes haben. Die angelehnte Stellung,
        

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