Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
welcher die Schriften über die Herculanischen Alterthümer, die Abhandlungen von der Fähigkeit der Empfindung des Schönen, und den Versuch einer Allegorie enthält ; Mit 8 Kupfern
Person:
Winckelmann, Johann Joachim Fernow, Carl Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3312740
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3320537
( 716 ) 
weil He gleichsam als Geskändnisse von dem Unverms- 
gen der Kunst anzusehen sind. 
Die weiblid)en Figuren mit Mist-sei und Stöße! 
aus dem Kasten des Cypselus, deren Pausanias ge- 
denkt, mögen zwar wohl auf die ?l"rzneiwisTensehaft Be- 
zug gehabt haben; es wäre indessen unrichtig- sich die 
personifizirte 2lrzneiwissenschaft in ihnen vorstellen zu 
wollen; denn warum hätte der Künstler den unnöthi- 
gen Aufwand von zwei Figuren gemaehet, wo eine 
hinreichend war? 
Sollen Betrübnis und Kummer in allego- 
risehen Bildern dargestellet werden, so sind ,-traurige 
Gebeinen fxeicich die. sck,icr1ic1)stck1 für diesen "Zwekk. 
Hektor aber war,vom Polygnotus nicht als ein all- - 
gemeines" Symbol der Betrübniß dargestellet, sondern 
die traurige Geberde des -Helden sollte dessen eigenes 
Schicksal, und das Schicksal, welches sein Vaterland 
erlitten, charakteristisch- bedeuten; auf gleiche Weise 
hat Raphael in dem Streite über das Sakrament 
dem Abraham den Ausdruck von schmerzlichem inne- 
rem Kampf und unsciglichem verhaltenem Jammer, in 
Anspielung auf die Opferung Jsaaks, gegeben. 
Sezte die Stadt Carthago einen Pferdekops 
ists ihre Münzen, so wird solcher wohl eher auf die 
gute Pferderace gedeutet haben, welche in dem umlie- 
genden Gebiete ßel- als aus den Namen der Stadt; 
wenigstens würde im leztern Falle die Allegorie unter 
die- Wortallegorien, folglich nicht unter die gutem 
gehören.  
        

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