Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3305061
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Die 
Frankreic;s. 
Kunst 
aristokratische 
Armen und langen grazilen Beinen. Sie stehen auch. nicht 
in mächtigen Architekt1cren vorfaltig gerafften schweren Vor: 
hängen. Leicht und ätherisch, in sorgloser Heiterkeit schani 
keln sie sich auf den Wolken. Mag er sie Nymphen nennen, 
oder als Grazien, Musen, Diana, Flora, Pandora zu 
einer Apotheose des Herkules vereinen  es sind Pariseg 
rinnen des Rokoko, elegant und geschn1eidig. Ein scheli 
misches Lächeln, eine Mischung von Unschuld und Vers 
dorbenheit u1nspielt ihren Mund. Ihre Taille war, bevor 
sie ,,saßenU, in enges Korsett geschnürt, ihr Bein einge: 
preßt in seidene Strümpfe. Schminke und Schönheitsi 
pflästerchen haben sie, kennen, obwohl sie antike Göttinnen 
sind, alle Toilettengehci1nnisse und Raffine1nents, die erst 
die Marquisen und Opernschönen des 18. Jahrhunderts 
in die Welt gebracht. Malt er Apollo, so gleicht er einem 
jungen Stuxzer, der aus der Oper kommt. Seine Musen 
sind porträtähnlich wie Falsguieres Statue der Merode. 
So erhielt die Geschichtsmalerei durch Lemohne eine 
neue Nuance. Es war eine neue Stufe der ars amandi, 
sich als antikes Liebespaar malen zu lassen. Wie ungeniert 
das geschah, zeigt das Bild, daß der junge Herzog von 
Choiseul 1750 bestellte, als er die Tochter des Finanziers 
Crozat heiratete. Zur Erinnerung an seine Hochzeit ließ er 
als Apollo sich. darstellen, wie er zu Klytia, der schönen 
Sterblichen, hserabsteigt. 
Charles Natoire als erster ging auf diesem 
Wege weiter. Baechusfeste, Scenen aus dem Psychemärchen, 
Galatea von A1noretten umspielt, oder die verlassene 
Ariadne sind seine gewöhnlichen Stoffe. Rosig und leicht 
ist alles; fein sich einfiigend in den hellen Ton der Zimmer 
und in den. silbernen Glanz der Ornamente.
        

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