Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3303996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3305051
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er früh das Haus der Thetis verläßt und abends in den 
Palast der Göttin zurückkehrt, nachdem er tagsüber die 
Daphne verfolgt oder der Leukothea, der Klytia gehuldigt. 
F;erkules sogar ist der Held der Zeit, nicht der Riese frei; 
lich, der den Antaeus würsgte, sondern der Musagetes, der 
als zierlicher Balletmeister die Tänze der Musen leitet, 
der verliebte Phsaeak, der am Spinnrocken der Omphale 
sitzt. Namentlich in dieser Scene fand das Rokoko seine 
eigene Lebensphilosophie bestätigt, zeigte, daß schon die 
Herden der.alten Welt im Frauenboudoir ihre glückliche 
sten Stunden verlebten. Auch. andere berühmte Liebes; 
paare  Angelika nnd Medor, Rinaldo, der der Zauberin 
Armida nach ihrem Eiland folgt  kehren häufig wieder. 
Die schönen Damen fühlen sich als Dejanira, wenn ein 
Marquis als Nessus sie entführt; trösten sich. mit der vers 
lassenen Ariadne oder der verlassenen Dido, wenn ihr 
Freund nach kurzer Amonrette sie verläßt. 
Und nachdem diese Meister Rokokogedanken mit den 
schweren Formen und den knalligenFarben Lebruns gehegt, 
führte Fran9ois Lemoyne auch. stilistisch das 
Rokoko zum Siege, gab der Geschichtsmalerei jene 
Wendung ins Freie, Leichte, Graziöse, die das 
Sittenbild durch Watteau erhielt. An die Stelle der 
schweren roten und blauen treten zarte, rosige, helle Töne. 
Zugleich wird das niedliche Körperchen der Rokokodamen 
nicht wie bisher von knisterndem Seidenkleid umwogt. Les 
moynes Gestalten haben nicht die großen Bewegungen und 
schwellenden Glieder der vorhergehenden Zeit, ähneln nicht 
mehr dem heroischen,.massigen Frauentypns des Barock. Sie 
haben zarte. gebrechliche Körper mit kleinen pikanten Köpf; 
chen und koketter Eoiffure, mit sinnlich feiner Nase, weichen
        

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